Posts Tagged ‘Freizeit’

Sehenswürdigkeiten im Sauerland: Burg Altena und Sorpesee

April 20, 2019

Die Burg Altena an der Lenne wurde Anfang des letzten Jahrhunderts rekonstruiert. Hier zog die erste ständige Jugendherberge der Welt ein. Ein vielseitiges Geschichtsmuseum unterhält die Besucher der Burganlage.

Der Sorpesee kann mit einem Ausflugsboot erkundet werden, das kurz vor der Sorpetalsperre anlegt.

Münster ist immer eine Reise wert

März 7, 2019

Münster (SMS) Der neue Besuchermagnet  Dominikanerkirche mit der Arbeit „Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel“ von Gerhard Richter steht im Mittelpunkt der Präsentation von Münster Marketing auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin. Außerdem gibt es Informationen zu „MünsterMusik“. Unter diesem Motto feiern das Sinfonieorchester, die Westfälische Schule für Musik und die Musikhochschule 2019 ihren 100. Geburtstag und präsentieren gemeinsam ein klangvolles Jubiläumsprogramm.

„Nach den Skulptur Projekten in 2017 und dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 können wir mit den beiden Highlights Münster erneut als Städtereiseziel mit individuellen kulturellen Angeboten in den Focus rücken“, freut sich die Leiterin von Münster Marketing, Bernadette Spinnen.

Auf der weltweit größten Reisemesse, die in den Berliner Messehallen vom 6. bis 10. März Aussteller aus über 180 Ländern, Touristikfachleute, internationale Medienvertreter und ein reisefreudiges Publikum zusammenbringt, ist Münster mit einem Stand in der NRW-Halle (Halle 8.2, Stand102a) vertreten. Hier begrüßten Oberbürgermeister Markus Lewe und Stadtbaurat Robin Denstorff den NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart  und die Geschäftsführerin von Tourismus NRW, Heike Döll-König, bei ihrem Rundgang durch die Halle.

Münster Marketing nutzt die Messe für den Dialog mit dem Fachpublikum. Ziel ist es, den Grundstein für neue Kooperationen zu legen, die Zusammenarbeit mit Partnern auszubauen, mit Reisejournalisten, Influencern und Reiseveranstaltern ins Gespräch zu kommen, neue Themen und Trends aufzugreifen und Münster als Städtereiseziel zu positionieren. Nach den Fachbesuchertagen stehen am Wochenende die Endverbraucher im Mittelpunkt.

Dafür hat Münster Marketing jede Menge aktuelle Infos im Gepäck. Neu ist zum Beispiel ein Faltblatt über Gerhard Richters Kunstwerk. Mit dabei ist auch das Reisemagazin „Münster – Stadturlaub von seiner schönsten Seite“. Neben Kunst- und Kulturtipps, Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen enthält es Insider-Tipps von Bloggern und Instagrammern sowie persönliche Empfehlungen von Münster-Experten.

Für Medienvertreter gibt es den „Münster-Stick“. Der USB-Stick im Scheckkartenformat möchte mit deutschen, englischen und niederländischen Texten und Bildmaterial Lust auf eine Recherche über Münster machen.

Mit etwas Glück können Besucherinnen und Besucher am Stand von Münster Marketing einen Aufenthalt in Münster gewinnen: mit einer Übernachtung im Doppelzimmer, der Teilnahme an einer öffentlichen Führung zum Richter-Kunstwerk, einer Münstercard für freien Eintritt zu Sehenswürdigkeiten, gratis Stadtführungen, ÖPNV und Fahrradausleihe.

Eine Höhenburg im Norden – Burg Bentheim

Mai 28, 2017

Die Burg Bentheim ist etwas Besonderes, eine Höhenburg im flachen Nordwestdeutschland, und natürlich mit ihrem weithin sichtbaren „Pulverturm“ die größte. Außerdem wird sie immer noch von einem Teil der fürstlichen Familie zu Bentheim und Steinfurt bewohnt. Weitenteils ist sie jedoch heute öffentlich zugängliches Museum, richtig alt ist hier jedoch nicht alles, denn nach alten Kriegszerstörungen wurde die Anlage in wichtigen Bereichen im Stil des Historismus wieder aufgebaut. Wirklich sehr alt ist jedoch der in der Burg ausgestellte „Herrgott von Bentheim“ eine tausend Jahre alte Christusfigur, die mit segnenden Armen statt leidend vor dem Kreuz steht. Der Pulverturm bietet einen Ausblick über den unendlichen Waldbesitz der Fürsten und die fortgeschrittene Windrad-Versteppung der Landschaft Norddeutschlands.

Wer sich nicht alles selbst ansehen mag, kann auch an einer eingehenden Führung durch die „Mamsell“ teilnehmen, die einen auf verschiedene Exponate hinweist, die man selbst vielleicht übersehen hätte, und alle möglichen Geschichte und Histörchen zu erzählen weiß, bei denen Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen, weil nicht immer klar ist, ob sie in ihrer historischen Rolle, die um 1900 angesiedelt ist, spricht. So blieb mir unklar, ob die Burg bis heute vollständig nicht beheizbar ist. Jedenfalls früher zog der Hofstaat deswegen mit dem Einbruch des Winters ins Steinfurter Schloss um. Auffällig ist der historisch starke dynastische Bezug der Bentheimer Fürsten zur holländischen Monarchie, der nach der Grenzlage wohl zum starken Aufkommen holländischer Touristen im kleinen Kurort Bad Bentheim beiträgt. Da sich Königin Emma einst gerne in Bad Bentheim aufhielt, folgten ihr ihre Landeskinder und deren Kinder gerne nach.

Links:

Fotos vom Burgentrip

http://www.burg-bentheim.de/

Paris – Schönheit und Gefahr

April 6, 2015

Gründe, nach Paris zu kommen, kann es viele geben. Für den Touristen mögen neben den populären Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm das herausragende Angebot an Museen, die historische und unzerstörte schöne Stadtkulisse, das gute Essen und die unverwechselbare Atmosphäre der Stadt eine Rolle spielen, Paris einen Besuch abzustatten. Jeder Kunst- und Geschichtsinteressierte sollte Paris, Schauplatz der Französischen Revolution, einmal gesehen haben, Paris mit seinen Bauwerken, Plätzen, Denkmälern und Museen liegt wie ein offenes Geschichtsbuch vor ihm.

Paris ist ein teures Pflaster, eine Touristenfalle reiht sich an die nächste. Die Jugend flüchtet an den Wochenenden in andere Städte, liest man. Studenten schmoren während des Sommers in ehemaligen Dienstboten-Dachkammern für 1000 Euro monatlich vor sich hin. Immerhin bieten die Museen einzelnen Besucherkategorien Ermäßigungstarife bis hin zum freien Eintritt. Auch Essen gehen ist kostspielig, es empfiehlt sich die leckeren Menus zu bestellen statt à la carte zu essen. Vor den massenwirksamsten Hauptattaktrionen wie dem Eiffelturm, dem Louvre, Notre Dame und der Conciergerie bilden sich rekordverdächtige Schlangen. wem Zeit und Lust fehlen, sich das anzutun, sollte lieber über die Boulevards schlendern, die Gassen des Quartier Latin oder des Marais erkunden oder von einem Café aus das Treiben der Großstadt beobachten. Mein Tip: Ohne jegliche Wartezeiten lässt sich das Grabmal Napoleons und das Musee de l’Armée besuchen, das zwar wenig schweres Kriegsgerät als Schauobjekt, aber einen umfassenden Ritt durch die französische Geschichte anbietet.

Aktuell bietet Paris nach Anschlägen auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo ein irritierendes Nebeneinander von urbaner Schönheit und Gefahr: Militär- und Polizeiposten vor den Sehenswürdigkeiten erinnern daran, dass in Frankreich noch höchste Alarmstufe herrscht, es gibt sie an vielen Plätzen schon seit einigen Jahren als eher hilflose Geste der Stärke gegen den Terrorismus. Die Straße vor dem Élyséepalast ist derzeit von Polizeiautos versperrt. „Je suis Charlie“ – diese Solidaritätsbekundungen mit der angegriffenen Redaktion finden sich noch manchmal im Stadtbild.

Eine Fotoserie von Paris.

Spaßbad statt Badeanstalt: Münster steht vor der Neuordnung seiner Bäderlandschaft und ehemaliger Kasernengelände

Mai 17, 2014

In Münster tobt eine Debatte um die Neuordnung der Bäderlandschaft. Die SPD machte einen Vorstoß, im expandierenden Stadtteil Gievenbeck für Münster endlich ein großes Freizeitbad zu errichten, was in der Debatte bald abschätzig „Spaßbad“ genannt wurde. Der Elder Statesman der Münsteraner CDU, Ruprecht Polenz, spottete sogar, die SPD profiliere sich als Partei für „Brot und Spiele“.  Dieser scheinbare Puritanismus ist vor dem Hintergrund der Verschuldung Münsters zu sehen, da Bäder immer Zuschussbetriebe sind.

Ein Besuch des SPD-Ortsvereins West  im Nettebad der Nachbarstadt Osnabrück machte aber deutlich,  dass Münster mit seinen kleinen Hallenbädern dem Trend in anderen Kommunen deutlich hinterherhinkt, der auch unter ökonomischen Gesichtspunkten zur Konzentration auf weniger Bäder führt, die dafür mehr Erlebnischarakter haben und anspruchsvoller ausgestattet sind. Klassische Bäder im Sinne von Badeanstalten haben überall an Attraktivität verloren, berichtete der Osnabrücker Bäder-Chef Wolfgang Hermle der Besuchergruppe aus  Münster. Aber auch Erlebnisbäder, die heute immer auch Gelegenheit zum Sportschwimmen bieten, müssten von Zeit zu Zeit bei steigenden Kosten „attraktiviert“ werden, um nicht wieder Besucherrückgänge zu verzeichnen, räumte Hermle ein, dessen Stolz im Nettebad die Sloop-Rutsche ist, die das Erlebnis freien Falls bietet.

Freizeitbad

Freizeitbereich mit Rutsche im Nettebad

Zu einem Erlebnisbad gehört auch ein großes Sportbecken.

Zu einem Erlebnisbad gehört auch ein großes Sportbecken.

Vorab erkundigten sich Münsteraner Besucher auch über die Osnabrücker Erfahrungen mit der Konversion von Kasernengeländen, denn in Gievenbeck sind erst im vergangenen die Briten aus der Oxford-Kaserne abgezogen.  Der Projektleiter Konversion beim Planungsamt Thomas Rolf führte über das Gelände der ehemaligen Scharnhorstgelände, deren Mannschaftsunterkünfte weitgehend dem Erdboden gleichgemacht wurden. Neben Raum zum Wohnen setzt Osnabrück auf einen Wissenschafts- und Technologiepark: Die Stadt will es hier nicht billig, sondern gehoben haben, um junge Menschen nach dem Studium in der Provinz zu halten. In der Winkelhausenkaserne hingegen ist Polizei eingezogen. Ein Kaffeeautomatenproduzent hat auf dem Gelände am Hafen ein schwungvolles Firmenhaus hochgezogen. Rolf warnte vor Altlasten in Kasernengeländen und Infrastruktur, die unter den Jahrzehnten der britischen Nutzung dort oft stark gelitten habe.

Thomas Rolf erläutert die Konversion der Scharnhorstkaserne. Beate Kretzschmar, SPD Münster-West,  und interessierte Bürger hören zu.

Thomas Rolf erläutert die Konversion der Scharnhorstkaserne. Beate Kretzschmar, SPD Münster-West, und interessierte Bürger hören zu.

Dieses Firmenzentrale auf dem Kasernengelände  erheilt 2013 einen Architekturpreis.

Diese Firmenzentrale auf dem Kasernengelände erhielt 2013 einen Architekturpreis.

Urban Knitting: Hand drauf oder Hände weg?

März 29, 2013

Ein bestrickender Trend ist auch in Münster angekommen,  Passanten wundern sich über allerlei bunte Wolle an den Straßen: Wer häkelt da und warum?

SAM_0263Die Kunstaktion „Hand drauf!“ ermöglicht zurzeit mit Zustimmung der Münsteraner Ordnungsbehörden Strick-Kunstwerke in der Warendorfer Straße anzubringen. Dort ist auch „Cola Junkie“ unterwegs:  Die junge Studentin, die sich so mit Künstlernamen nennt, ist eine der Strick-Aktivistinnen in Münster. Als ich sie treffe, bringt sie in der Straße ein Häkel-Graffiti mit flinken Handbewegungen an einer Ampel an. Auch wenn das Teil in dreitägiger Arbeit vorgefertigt ist, so dauert das Befestigen doch einige Minuten. Passanten kommen vorbei. Einer gibt sich als Sprayer zu erkennen und fragt ironisch, ob das ganze erlaubt sei, wird etwas laut dabei, es kommen ihm jedoch zum Schluss einige Worte der Anerkennung über die Lippen.

„Cola Junkie“ macht das zeitaufwändige Hobby aus Spaß und möchte mit ihrer Kunst Freude machen, sie weiß, dass ihre grellbunten und auffälligen Werke oft Grinsen und Lächeln bei Vorbeigehenden hervorrufen: „Ich möchte einen kleinen Lichtblick im grauen Alltag schaffen!“ Sonstige hintergründige oder politische Motivationen weist sie von sich. Auf das Guerilla-Häkeln ist sie Ende 2011 gekommen, als sie überlegte,  sich angesichts des kalten Winters Mütze und Schal selbst zu häkeln. Auf der Suche nach Strick-Literatur stieß sie zufällig auf ein Buch über Strick-Graffiti, sofort war Sie fasziniert von dem Ungewohnten und Neuen der Idee. Zuerst begann sie kleinere Sachen  zu überstricken, ehe sie sich auf die Straße wagte. Neben Büchern ist auch das Internet wichtiger kreativer Anreger, mit Strickgruppen an der Volkshochschule oder sonst irgendeiner „Szene“ hat sie jedoch nichts zu tun.

Die neue Akzeptanz, die Häkeln und Stricken in den jüngeren Generationen finden, ist unter anderem auf den do-it-yourself-Trend zurückzuführen, die neue Lust am Selbermachen. Die Verhäkelung des öffentlichen Raums kommt als Trend aus den USA und firmiert unter den verschiedensten Bezeichnungen: so als Urban Knitting, Guerilla Knitting oder Yarn Bombing.  Ganze Bäume und Plätze werden dabei mit bunten Strickflechtwerken und gestrickten Symbolen übersät, auch Strick-Flashmobs gibt es. Mit Feminismus hat es am Rande auch zu tun, da hier der männlich dominierten Sprayerszene vor allem durch Frauen etwas Konkurrenz gemacht wird. Im Gegensatz zu den Graffiti der Sprayer sind die Häkel-Netze und -Matten an Laternenpfählen aber flauschig warm, sie stören oft niemanden  und sind wenigstens rückstandslos entfernbar, wenn die erforderliche Genehmigung fehlt. „Hand drauf!“ oder „Hände weg!“ ist da die Frage.

Hier ein Rundblick über Häkel-Graffiti, die derzeit in Münster zu sehen sind.