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Integrationsschwierigkeiten

Mai 27, 2015

Integrationsschwierigkeiten: In meiner Nachbarschaft sind seit einiger Zeit in ehemaligen Wohnungen für britische Soldaten „Flüchtlinge“ (Sprachgebrauch der Presse) einquartiert, diese besiedeln jetzt ganze Häuserzüge. Statt Englisch hört man nun in der Gegend ein unverständliches Sprachengewirr. Kleine Kinder mit orientalischem Aussehen toben vor den Häusern, jugendliche Migranten sitzen manchmal im Freien und konsultieren ihre Smartphones. Neulich sah ich in einer Bäckerei eine alte und sehr schlecht und ärmlich gekleidete Frau, die möglicherweise zu den Flüchtlingen gehört: Sie versuchte mit D-Mark-Münzen zu bezahlen. Die Verkäuferin versuchte ihr deutlich zu machen, dass das „no Euro“ seien und sie damit nicht bezahlen könne. Mitleidig bot sie der alten Frau ein Gebäckstück vom kostenlosen Probierangebot an. Die Frau blieb eine ganze Weile schweigend stehen, nahm dann ein Stück und bedankte sich auf Deutsch.

Wer hat der alten Frau die ganzen Pfennige angedreht, fragte ich mich. Auf dem Balkan, insbesondere auch im Kosovo, war die D-Mark offizielles Zahlungsmittel. Damit könnte der merkwürdige D-Mark-Patriotismus der Migrantin zusammenhängen.

Integrationsschwierigkeiten II: Gestern sah ich die tobenden Flüchtlingskinder ein viel zu großes, vielleicht gespendetes, Damenrad herumschieben. Die Bordsteinkante erwies sich als zu großes Hindernis. Krachend fiel das Rad zu Boden, die Rückleuchte zerschellte.
Migranten ist vielfach der Fahrradgebrauch der Frau fremd. Die Stadt bietet deshalb wie andere große Kommunen eigens Fahrradfahrkurse für Migrantinnen an, wenn der Mann sie denn teilnehmen lässt. Diese fühlen sich nach erfolgter Schulung regelrecht befreit, mit wehendem Rock können sie nun unbeaufsichtigt vom Mann am radelnden Lebens Münsters teilhaben. Das Fahrrad als Symbol für westliche individuelle Selbstbestimmung und Emanzipation, wer hätte es gedacht.

Integrationsschwierigkeiten III: Wo vermeintliche oder tatsächliche Flüchtlinge einquartiert werden, sind ihre linken Unterstützer nicht fern. Vor der Münsteraner Hautklinik hat ein Protestcamp gegen die Abschiebung von Kosovaren sein Lager aufgeschlagen, auch Demonstrationszüge gibt es. Die Parolen die üblichen: „Bleiberecht für alle“, „Stop Deportation“ (!), der Erfolg mäßig: Zehn Kosovaren wurden kürzlich trotz allen Protestes über Nacht abgeschoben.

Bleiberecht für alle, nun gut, wozu dann aber noch ein Asylrecht mit langwieriger Prüfung von Asylberechtigungen, wenn doch immer das gleiche Ergebnis herauskommen soll? Ich weiß nicht, ob das bis zum Ende gedacht ist.

Protestcamp in Münster.

Protestcamp in Münster.