Archive for the ‘Regensburg’ Category

Vor 50 Jahren: Das Corps Franconia Jena zieht nach Regensburg

April 26, 2017

Im Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung erscheint dieses Jahr ein Beitrag von mir über die Verlegung des geschichtsträchtigen Corps Franconia Jena von Frankfurt nach Regensburg vor 50 Jahren. Diese Verlegung steht unter anderem mit dem Aufkommen der 68er-Bewegung in Frankfurt a. M. in Zusammenhang, die zu einer Absetzbewegung vieler Studentenverbindungen aus der Mainmetropole führte.

Bildung in Beton: Universitätsgründungen der 1960er Jahre

Juli 26, 2014
Die Kugel - der zentrale Treffpunkt der Uni Regensburg.

Die Kugel – der zentrale Treffpunkt der Uni Regensburg.

Im Vergleich zu zwei anderen Campus-Uni-Neugründungen der 1960er Jahre, Bielefeld und Bochum, bildet die mehrfach preisgekrönte Uni-Architektur in Regensburg geradezu einen aufgelockerten, spielerischen und abwechslungsreichen Bildungstempelbezirk. Bochum und Bielefeld erscheinen hingegen als vergleichsweise monotone Bildungsfabriken gigantomanen Ausmaßes.  Am schönsten gerieten in Regensburg das Verwaltungsgebäude mit Zentralbibliothek und die Agora davor. In anderen Teilen der Universität kommt man sich vor wie in einem gelandeten Raumschiff aus Scifi-Filmen, in anderen leider wie in düsteren Katakomben.

Die Universitätsarchitektur in Regensburg, die von mehreren Architekten in stilistisch unterschiedlichen Würfen zusammengestellt wurde, betont eher die Unterschiede zwischen den Fakultäten, während in Bochum oder Bielefeld alle Fakultäten in gleich aussehenden „Schiffen“ bzw. Gebäudetrakten untergebracht sind. In Bielefeld sind sogar alle Fakultätsgebäude durch ein überdachtes Zentralgebäude miteinander verbunden, was den fächerübergreifenden Austausch fördern soll, sich im Sommer aber durch das Glasdach auch aufheizt.  Im Gegensatz zu Bochum und Bielefeld schmiegt sich die Uni-Architektur in Regensburg an die Landschaft an, sodass sie im Stadtbild nicht heraussticht. Durch ihre aufgelockerte Aufstellung kann die Uni Regensburg auch in alle Richtungen durch Neubauten erweitert werden, was in Bielefeld nur unter Abrücken von der baulichen Einheit möglich ist.

Trotz der Auflockerung fand ich die Sichtbeton-Architektur, in der es an vielen Stellen bröckelte und tropfte, in Regensburg doch auch recht bedrückend. Insbesondere das Audimax-Gebäude und das PT-Gebäude sind etwas lichtlos.

Dies gilt natürlich besonders für den unterirdischen Lieferbereich, der für die Trennung von Kraftfahrzeugverkehr und Fußgängerverkehr auf zwei Ebenen sorgt, sodass sich Studenten und Lieferanten und Autos nicht ins in Gehege kommen.

Die Campus-Architektur aus einem Guss ist verglichen mit Alt-Universitäten natürlich sehr zweckmäßig und praktisch, abgesehen davon, dass sie gedanklich kompromisslos auf die Zukunft einstimmt. Etwa im Regensburger RW-Trakt: Die rechtswissenschaftliche Literatur, die Vorlesungssäle und die weiträumige und helle Cafeteria befinden sich unter einem Dach, sodass man alles trockenen Fußes erreichen kann. Dies gilt aufgrund überdachter Verbindungswege für das gesamte bebaute Universitätsgelände.

Die Uni-Regensburg hob wie erwartet die Bildungsreserven Ostbayerns und trug mit zur Entwicklung der früher strukturschwachen Region bei, was sich daran zeigt, dass sie zeitweise von Lehramtsstudenten dominiert wurde. Denn der Beruf des Lehrers gehört zu den wenigen akademischen Berufen, den Kinder aus Nicht-Akademiker-Familien aus eigener Anschauung kennen und den sie daher bevorzugt anstreben. Darüber hinaus entfaltete die Regensburger Universität aber keine besondere Anziehungswirkung, obwohl die Altstadt Regensburgs der Heidelbergs an Schönheit gleicht, sodass sie auch nicht die LMU München so entlasten konnte, wie es angestrebt worden war.

 

Universität Bielefeld im Bild:

https://www.flickr.com/photos/vongrafenstein/sets/72157644958751144/

 

Ruhr-Uni Bochum im Bild:

https://www.flickr.com/photos/vongrafenstein/sets/72157644548439939/

 

Universität Regensburg im Bild:

https://www.flickr.com/photos/vongrafenstein/sets/72157644255510865/

 

Weiterführende Lektüre:

Ein Campus für Regensburg, Konzeption – Architektur – Kunst, 40 Jahre Universität Regensburg 1967-2007

(http://www.amazon.de/Ein-Campus-für-Regensburg-Architektur/dp/3930480638).

 

Regensburg: Auf einen Kaffee mit … Aurelia Schoplick

Januar 3, 2013
Die Regensburger Geigenbaumeisterin und Sängerin Aurelia Schoplick im Hotel Altstadt-Engel

Aurelia Schoplick im Café Altstadt-Engel

Aurelia Schoplick baut Geigen. Wie es dazu kam, erzählt Sie gerne jedem, der es wissen will… Ursprünglich wollte sie Archäologie studieren, fasste dann aber ein Restaurationsstudium ins Auge. Dafür musste sie wiederum zwei Jahre Praxis vorweisen können. So kam sie dazu, eine Lehre im Geigenbau zu machen, wobei es entgegen den Plänen bis heute geblieben ist. Denn auch Geigenbauer müssen viel wiederherstellen: alte Geigen nämlich, denen allerlei zustoßen kann.

In der Geigenbauer-Werkstatt am Regensburger Haidplatz hängt ein Himmel voller Geigen.

Geigenbauer-Werkstatt

Reparatur einer Geige

Schoplick kommt gerade von einem zweimonatigen Aufenthalt in New York zurück. Dort konnte Sie die Aufbesserung ihrer Englischkenntnisse mit der Arbeit in einem Geigenbau-Studio in Manhattan verbinden. Die Geigenbauer im Big Apple finden nichts dabei, ihre Kenntnisse untereinander und mit Gästen auszutauschen und miteinander auch zu feiern, stellte sie fest.

Neben ihrer Hauptbeschäftigung ist Schoplick schon seit längerem mit verschiedenen Bands, Combos und Musikprojekten unterwegs, die bei Bällen auftreten oder Hochzeitsfeiern in Kirchen umrahmen, sie fotografiert überdies noch künstlerisch.

Geigen in verschieden Baustadien: die mittlere ist noch unlackiert.

Geigen in verschieden Baustadien: die mittlere ist noch unlackiert.

Schoplick spielt auch selbst Geige – eine Geigenbauerin muss ihr Instrument beherrschen können, in der lokalen Musikerszene ist sie aber vor allem als Sängerin gefragt. Aurelia Schoplick weiß wiederum noch manchen Tip zu geben, welcher Musiker für die Umrahmung dieser oder jener Veranstaltung besonders geeignet sein könnte.

Für die Zukunft hat Aurelia Schoplick noch viel vor, als Sängerin in den Bands will sie weiterhin aktiv sein. Besonderes Anliegen ist ihr die Combo „Beatles Up“, die die Songs der allseits bekannt Band immer wieder überraschend für vier Sänger mit Pianobegleitung variiert.

Vielleicht wird sie sich auch einmal noch umfassend mit Restauration beschäftigen, nicht nur von Geigen, lässt sie durchblicken.

Tempel, Ausgrabungen, Museen – Reisebilder aus Ostbayern II

Oktober 20, 2012
Reise durch Ostbayern II

In der nördlichsten Stadt Italiens: Regensburg

April 11, 2010

Ein Patrizierturm in Regensburg im Wechselspiel von Licht und Schatten – aus Regensburg soll das Wort „steinreich“ kommen. Denn nur wer steinreich, konnte sich die Steine zum Bau eines Patrizierturms leisten, der die anderen in Regensburg überragte. Derartige Türme sind sonst aus italienischen Städten bekannt, so dass sich Regensburg auch nördlichste Stadt Italiens nennt.