Sehenswürdigkeiten im Sauerland: Burg Altena und Sorpesee

April 20, 2019

Die Burg Altena an der Lenne wurde Anfang des letzten Jahrhunderts rekonstruiert. Hier zog die erste ständige Jugendherberge der Welt ein. Ein vielseitiges Geschichtsmuseum unterhält die Besucher der Burganlage.

Der Sorpesee kann mit einem Ausflugsboot erkundet werden, das kurz vor der Sorpetalsperre anlegt.

Die Fahrradstadt ist beim Fahrrad-Klima nicht mehr Nummer Eins

April 10, 2019

Münster ist beim aktuellen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zwar wieder der Sprung aufs Siegertreppchen gelungen, im Städtevergleich (in der Kategorie der Städte mit über 200 000 Einwohnern) belegte Münster diesmal aber nur den zweiten Platz hinter Karlsruhe. Michael Milde, Abteilungsleiter Mobilitätskonzepte bei der Stadt Münster, nahm die Auszeichnung am Dienstag in Berlin entgegen.

Wie für viele Münsteraner gehört auch für Oberbürgermeister Markus Lewe die „Leeze“ zum Alltag. Foto: Presseamt Münster

Bei den letzten sechs Fahrradklima-Tests hatte Münster stets den ersten Platz erreicht. „Auch wenn es diesmal nicht der Spitzenplatz ist, freue ich mich natürlich über die erneute Platzierung auf dem Podium“, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe und gratuliert gleichzeitig der Stadt Karlsruhe. „Münster bleibt natürlich Fahrradstadt, auch auf Platz zwei! Das Fahrrad gehört zu Münster, das spürt und sieht jeder und jede. Allerdings wird das Thema komplexer: Wir müssen inzwischen eine Vielzahl von Mobilitätsarten im Straßenraum organisieren und wir sind bereits kräftig dabei. Also ganz klar: Das Ergebnis des Fahrradklima-Tests ist für uns vor allem Ansporn und Auftrag zugleich, beim nächsten Mal wieder ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.“

Der städtischen Verkehrsplanung liefert der Fahrradklima-Test praxisnahe Bewertungen und alltagserprobte Einschätzungen der Radfahrer. Als Münsters Stärken bezeichnen die Teilnehmer die breite Akzeptanz für das Radfahren („Alle fahren Fahrrad – egal, ob alt oder jung“), die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums, die für den Radverkehr geöffneten Einbahnstraßen und die Möglichkeit, zügig Rad zu fahren. Als Schwächen werden viele Fahrraddiebstähle, fehlende Abstellmöglichkeiten im Zentrum, Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern und schmale Radwege benannt.

OB Lewe: „Wir wissen, dass die Infrastruktur mit Blick auf die steigende Zahl der Radfahrerinnen und Radfahrer in unserer dynamisch wachsenden Stadt nicht mehr überall zeitgemäß ist. Verbesserungen werden in verschiedenen Bereichen bereits umgesetzt.“ Dazu gehören die einheitliche Rotfärbung von Radwegen und Fahrradstraßen, damit diese besser wahrgenommen werden. Die Ausweisung weiterer Fahrradstraßen steht ebenso auf der Agenda wie die Umsetzung des Veloroutenkonzepts für die Stadtregion. Seit dem 1. April bündelt die Stadtverwaltung Planung und Bau der Verkehrsinfrastruktur im Amt für Mobilität und Tiefbau. Ziel ist es, Planungsprozesse und ihre Umsetzung – auch im Radverkehr – zu beschleunigen.

Der ADFC-Fahrradklima-Test fand von Anfang September bis Ende November 2018 als Online-Umfrage statt. Insgesamt bewerteten über 170 000 Bürger die Fahrradfreundlichkeit von mehr als 680 Städten. Der Fahrradklima-Test ist damit die größte und bedeutendste Nutzerbefragung zum Radverkehr weltweit.

Studentisches Wohnen statt Eissport

April 2, 2019

Münster ist eine Stadt, die wächst. Erschwinglicher Wohnraum ist Mangelware.  Eine gute Nachricht ist daher, dass auf dem Grundstück der ehemaligen Eissporthalle an der Steinfurter Straße / Johann-Krane-Weg  ein studentisches Wohnquartier entstehen soll. Die aktuelle städtebauliche Planung stellt das Stadtplanungsamt am Dienstag, 9. April, 19.30 Uhr im UKM-Pavillon auf dem Parkplatz gegenüber der Domagkstraße 32 vor. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind zu der Informations- und Diskussionsveranstaltung eingeladen.

Auf dem etwa einen Hektar großen Gelände sollen fünf- bis sechsgeschossige Gebäude errichtet werden. Geplant sind ein Studierendenwohnheim mit rund 120 Wohnungen und ca. 330 Apartments für Studierende. Die Erdgeschosse sollen publikumsorientierte  Dienstleistungen wie Cafés, SB-Bankfiliale, Fahrradwerkstatt oder auch Büros / Co-Working-Bereiche und Gemeinschaftsräume / Begegnungsbereiche  aufnehmen. Städtebauliches Ziel ist die Realisierung eines urbanen Quartiers. Damit die Planungen umgesetzt werden können, wird der bisherige Bebauungsplan geändert.

Wer sich bereits vor der öffentlichen Veranstaltung einen Einblick verschaffen möchte, kann die Planungsunterlagen im Kundenzentrum im Stadthaus 3, Albersloher Weg 33, einsehen (Mo-Mi 8-16 Uhr, Do 8-18 Uhr, Fr 8-13 Uhr). Im Stadtportal stehen sie unter www.stadt-muenster.de/stadtplanung zur Verfügung.

Wohnheim an der Steinfurter Straße

Ein studentisches Wohnquartier mit einer lebendigen Mitte soll am Johann-Krane-Weg auf dem Gelände der ehemaligen Eissporthalle entstehen. Grafik: Stadt Münster

Islamkritik: Sarrazin trifft Khorchide in Münster

März 20, 2019

Die laut Thilo Sarrazin durch den Islam in der westlichen Welt geschaffene „dauerhafte Problemlage“ lässt die Menschen nicht los, obwohl man meinen könnte, in den Debatten um Islam und Islamkritik seien alle Positionen ausgetauscht, füllen Veranstaltungen mit der Islamkritik Sarrazins weiterhin die Säle, und Sarrazins neuestes Buch „Feindliche Übernahme – Wie der Islam die den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“ avancierte zum bestverkauften politischen Sachbuch des Jahres.

In Münster traf Sarrazin auf Einladung des Hayek-Club Münsterland auf den Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide, der an der WWU Münster die Ausbildung muslimischer Religionspädagogen leitet und einen modernen aufgeklärten Islam mit historisch-kritischer Koran-Exegese vertritt. Vor über 300 zahlenden Gästen in der Stadthalle Hiltrup, darunter offenkundig auch AfD-Anhänger und Muslime, traten sie in den Dialog und stellten sich den Fragen der Zuhörer.

Sarrazin mit Khorchide

Der Journalist Klaus Kelle (Mitte) moderierte den Schlagabtausch zwischen Sarrazin (li.) und Khorchide (re.). Foto: Grafenstein

Sarrazin findet den Titel seines neuen Buches „Feindliche Übernahme“ selbst etwas harsch, angespielt werde aber an die feindliche Übernahme im Wirtschaftsleben, die ja freundlich verlaufe. So würden Muslime in Deutschland und Europa in zwei Generationen auch ohne Gewaltanwendung die Mehrheit bilden, da sie jünger und gebärfreudiger seien, hinzu komme noch die muslimische Einwanderung. Gleichwohl hält Sarrazin den Islam für eine „Gewaltideologie im Gewande einer Religion“. Der Koran predige Hass und Gewalt gegen Ungläubige und die Unterdrückung von Frauen, die Aufrufe zu Liebe seien nur auf Gläubige bezogen. Die islamische Weltsicht sei der individuelle Freiheit und dem selbständigen Denken abhold, fördere Rückständigkeit und Autoritarismus und sei ursächlich für den technisch-zivilisatorischen Rückstand der islamischen Welt und die im statistischen Durchschnitt niedrigen Bildungsleistungen von Muslimen.

In der politischen Konsequenz müsse die die Einwanderung von Muslimen niedrig gehalten werden und von den hier lebenden Muslimen ein Bekenntnis zur säkularen Gesellschaft eingefordert werden, da der Staat an den religiösen Überzeugungen der Menschen selbst nichts ändern könne.

Khorchide warf Sarrazin vor, den Islam wortwörtlich wie ein Pierre Vogel zu lesen: „Warum verbreiten sie die Lesart der Salafisten?“ Es würden allein 500 Stellen der Barmherzigkeit im Koran zu lesen sein. Sarrazin sei voreingenommen und verschweige, dass Juden und Christen im Islam die „ewige Glückseligkeit“ versprochen werde. Die islamische Welt sei in Bewegung und nicht so statisch, wie Sarrazin suggeriere, der Atheismus sei in islamischen Ländern im Vordringen, Muslime in den USA und Kanada seien überdurchschnittlich gebildet.

Khorchide

Mouhanad Khorchide, ein liberaler Islamgelehrter, dessen Durchsetzungskraft in der islamischen Welt aber vielfach bezweifelt wird. Foto: Grafenstein

Was das alles mit Friedrich August von Hayek, Freiheit, Wettbewerb und Liberalismus zu tun haben soll? Christophe Lüttmann, Vorsitzender des Hayek Clubs, erklärte auf meine Nachfrage dazu, dass ihn die Frage bewege, worüber man noch öffentlich reden könne, es müsse die Meinungsfreiheit und eine liberale Diskussionskultur verteidigt werden, in der alle Themen besprochen werden können. Dass dies notwendig ist, machte eine Gegendemonstration des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“ mit rund 100 Teilnehmern deutlich, die sich dagegen wandte, dass solche Podiumsdiskussionen überhaupt stattfinden, seien die Positionen Sarrazins doch schlechthin „indiskutabel“, so Bündnis-Initiator Carsten Peters.

Veranstaltungen in dieser Größenordnung sollen beim Hayek-Club Münsterland weiterhin die Ausnahme bleiben, so Lüttmann, jedoch habe man nach diesem Erfolg für 2020 die Vision, eine große mehrtägige Konferenz mit Workshops auszurichten.

Anmerkung des Verfassers: Das Buch „Feindliche Übernahme“ (2018) bietet keine Belegstelle für die Aussage, in zwei Generationen (60 Jahre) würden Muslime die Mehrheit stellen. Sarrazin führt auf Seite 254 f. Statistiken an, wonach für das Jahr 2050 selbst bei Zugrundelegung hoher Einwanderung ein europaweiter Anteil von Muslimen bei 14 Prozent, in Deutschland von 19,7 Prozent erwartet wird.  Für 2050 wird erwartet, dass maximal 40 Prozent aller Geburten in Deutschland auf Muslime entfallen werden (Sarrazin 2018, 257 f.).

Literaturhinweis: Sarrazin, Thilo: Feindliche Übernahme. München 2018.

 

Münster ist immer eine Reise wert

März 7, 2019

Münster (SMS) Der neue Besuchermagnet  Dominikanerkirche mit der Arbeit „Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel“ von Gerhard Richter steht im Mittelpunkt der Präsentation von Münster Marketing auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin. Außerdem gibt es Informationen zu „MünsterMusik“. Unter diesem Motto feiern das Sinfonieorchester, die Westfälische Schule für Musik und die Musikhochschule 2019 ihren 100. Geburtstag und präsentieren gemeinsam ein klangvolles Jubiläumsprogramm.

„Nach den Skulptur Projekten in 2017 und dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 können wir mit den beiden Highlights Münster erneut als Städtereiseziel mit individuellen kulturellen Angeboten in den Focus rücken“, freut sich die Leiterin von Münster Marketing, Bernadette Spinnen.

Auf der weltweit größten Reisemesse, die in den Berliner Messehallen vom 6. bis 10. März Aussteller aus über 180 Ländern, Touristikfachleute, internationale Medienvertreter und ein reisefreudiges Publikum zusammenbringt, ist Münster mit einem Stand in der NRW-Halle (Halle 8.2, Stand102a) vertreten. Hier begrüßten Oberbürgermeister Markus Lewe und Stadtbaurat Robin Denstorff den NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart  und die Geschäftsführerin von Tourismus NRW, Heike Döll-König, bei ihrem Rundgang durch die Halle.

Münster Marketing nutzt die Messe für den Dialog mit dem Fachpublikum. Ziel ist es, den Grundstein für neue Kooperationen zu legen, die Zusammenarbeit mit Partnern auszubauen, mit Reisejournalisten, Influencern und Reiseveranstaltern ins Gespräch zu kommen, neue Themen und Trends aufzugreifen und Münster als Städtereiseziel zu positionieren. Nach den Fachbesuchertagen stehen am Wochenende die Endverbraucher im Mittelpunkt.

Dafür hat Münster Marketing jede Menge aktuelle Infos im Gepäck. Neu ist zum Beispiel ein Faltblatt über Gerhard Richters Kunstwerk. Mit dabei ist auch das Reisemagazin „Münster – Stadturlaub von seiner schönsten Seite“. Neben Kunst- und Kulturtipps, Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen enthält es Insider-Tipps von Bloggern und Instagrammern sowie persönliche Empfehlungen von Münster-Experten.

Für Medienvertreter gibt es den „Münster-Stick“. Der USB-Stick im Scheckkartenformat möchte mit deutschen, englischen und niederländischen Texten und Bildmaterial Lust auf eine Recherche über Münster machen.

Mit etwas Glück können Besucherinnen und Besucher am Stand von Münster Marketing einen Aufenthalt in Münster gewinnen: mit einer Übernachtung im Doppelzimmer, der Teilnahme an einer öffentlichen Führung zum Richter-Kunstwerk, einer Münstercard für freien Eintritt zu Sehenswürdigkeiten, gratis Stadtführungen, ÖPNV und Fahrradausleihe.

„In geheimnisvoller Mission“ in Bochum

Februar 14, 2019
Bonds Hubschrauber Little Nellie

Der Ein-Mann-Hubschrauber Little Nellie aus „Man lebt nur zweimal“ (1967). Foto: Grafenstein

In Bochum ist noch bis 31. März die Ausstellung „In geheimer Mission – Der Spion, der aus Wattenscheid kam“ über die James-Bond-Filme zu sehen. Diese präsentiert Devotionalien und Requisiten aus der Sammlung des Filmjournalisten Dr. Siegfried Tesche. Höhepunkte der Ausstellung sind Bond-Autos, eine Düsenrucksack und Little Nellie, der schlagkräftige Mini-Hubschrauber aus „Man lebt nur zweimal“. Darum gruppieren sich jede Filmplakate und Kostüme aus den Filmen, an den Ausstellungswänden kann man sich über die Filmhandlungen und das Leben der verschiedenen Bonddarsteller informieren, vor allem Sean Connery  und Roger Moore sind hier zu nennen. Man erfährt auch einiges über die kommerzielle Ausschlachtung der Bond-Filme durch Spielzeugproduzenten und andere Konsumgüterhersteller. Hintergrund des Ausstellungstitels ist, dass einer autorisierten Bond-Biografie John Pearson zufolge der von Ian Fleming erschaffene Film-Agent 1920 in Wattenscheid, heute ein Teil Bochums, geboren worden sein soll.

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Ein Sunbeam Alpine Serie II – Das erste Bond-Auto. Foto: Grafenstein

Rezension: „Mandarinen aus Jaffa“ von Patrizia Joos

Februar 10, 2019
Mandarinen aus Jaffa

Ein Buch über die Liebe, und was dazwischen passiert. Foto: Edel Elements

„Mandarinen aus Jaffa“ ist nicht ein Buch über Obst, sondern ein Liebesroman, wie es der Untertitel ausweist. Wer traut sich sowas heute noch zu schreiben, ohne zu fürchten, in den Ruf des Kitschautors zu geraten? Die Berliner Autorin Patrizia Joos hat es gewagt, und sich damit einen Lebenstraum erfüllt.

Denn die fiktive Handlung des Buches verarbeitet auch die eigenen Erfahrungen von Patrizia Joos mit einer großen Liebe, die sie vor einiger Zeit erlebt und verloren hat. Zum Verständnis des kleinen Romans ist dies unumgänglich. Gerade die Anfangskapitel, in denen die Protagonistin Rose Harper das Beisammensein mit ihrem geliebten Raphael Rosengarten erlebt, sind sehr authentisch geschrieben. Der Mittelteil des Buches, in dem Rose ohne ihren Geliebten, der sie verlassen hat, bestehen muss, wirkt etwas konstruiert, der schwelgerische Schluss, in dem sie nach Jahren wieder mit Raphael zusammenkommt und diesen sogar heiratet, als wäre nichts vorgefallen, wirkt vollends unrealistisch und als Erfüllung eines Wunschtraums. Der kurz vor Schluss eingeschobene vereitelte Terroranschlag hat keinen erkennbaren Zweck, der Handlung eine neue Wendung zu geben und wirkt überflüssig, immerhin ist noch eine Schrecksekunde geschaffen und gezeigt, wie schlecht auch alles im Leben ausgehen kann.

Spannend wird der Roman durch die vergeblichen Versuche der Liebenden, sich nach der Trennung doch wiederzufinden, wobei sie sich immer wieder knapp verpassen. Selbst ein Privatdetektiv wird eingeschaltet, kurioserweise von beiden der gleiche, der aber nicht am Erfolg der Suche interessiert ist.

Ein großes Thema dieses Buchs voller Weisheiten ist das wechselseitige Belehren und Lernen der Akteure, man merkt, dass die Autorin im Hauptberuf Lehrerin ist. Der Roman ist auch ein Entwicklungsroman, denn er zeigt die  Entwicklung einer jungen Frau, die eine Trennung verarbeiten muss,  Mutter wird, ihre akademische Ausbildung  vorantreibt und sich berufliche Erfolge erarbeitet – freilich unterstützt von Verwandten, Freunden, Bekanntschaften und neuen Liebschaften.

Der Roman spielt mit internationaler Besetzung an glanzvollen und kenntnisreich beschriebenen internationalen Schauplätzen wie Rom, Paris oder London, dies verdeutlicht die Reise der Protagonistin durch ihr Leben, ihre Entwicklung und was sie alles dazulernt.

„Mandarinen aus Jaffa“ ist ein flüssig geschriebener Roman in angenehmer Sprachmelodie und voll positiver Lebenseinstellung, der manchem wieder Hoffnung auf die Liebe machen könnte, der von ihr schon enttäuscht worden ist. Die glückliche Wiedervereinigung mit einer verflossenen Liebe ist sicher ein träumerisches Motiv, das ein breites Lesepublikum findet.

Patrizia Joos: Mandarinen aus Jaffa: Eine Liebe erwachte in Notting Hill. Edel Elements 2018. 196 S. 

Vertrauenskrise zwischen Volk und Politikern

Dezember 5, 2018

Gerhard Papke sprach beim Hayek Club. Foto: Grafenstein

Gerhard Papke war ehemals ein führender Politiker der FDP und Vizepräsident des Landtags in NRW, überwarf sich jedoch mit seinem einstigen Weggefährten Christian Lindner über den Umgang mit der Migrationskrise und dem Islam bzw. Islamismus. Beim Hayek-Club Münsterland gab er sich als überparteilicher Warner vor einer Vertrauenskrise zwischen Politikern und Volk. Die Probleme in Deutschland reichten weit über den Zustand einzelner Parteien hinaus. Die Parteien hätten sich weit von der Lebensrealität der Bürger entfernt, die Politik habe oft nur noch Effekthascherei und Show anzubieten.

Drei Politikfelder hob Papke hier besonders hervor: Migration, Deutschland und Europa sowie Wertevermittlung.

Im Feld der Migration könne jetzt, aber auch in Zukunft, keine Entwarnung gegeben werden. Die Bevölkerung Afrikas werde sich verdoppeln, die Zuwanderung werde daher wieder zunehmen und dabei all unsere Vorstellungskraft sprengen. Die afrikanischen und arabischen Zuwanderer hätten ein sehr niedriges Bildungsniveau und andere Werteverständnisse, insbesondere auch im Verhältnis von Frau und Mann. Dies führe dazu, dass es bei Übergriffen auf Frauen wie an Silvester 2016 oft an Unrechtsbewusstsein fehle, denn nach dem Verständnis der Täter hätten sich Frauen nachts nicht mehr in der Öffentlichkeit aufzuhalten. Das seien enorme kulturelle Herausforderungen, Deutschland müsse zum Schutz der wehrhaften Demokratie gegen den Islamismus aufstehen. Eine Verniedlichung der Probleme seitens der Politiker müsse hier zu einem Aufbegehren der Bürger führen. Solange ein Schutz der EU-Außengrenzen nicht möglich sei, sei ein Schutz der deutschen Landesgrenzen notwendig. Dieser finde derzeit nicht wirksam statt. Auch wer keine oder gefälschte Papiere habe, müsse leider an der deutschen Grenze nur „Asyl“ sagen, um ins Land zu kommen.

Auf EU-Ebene müsse die Souveränität der europäischen Staaten wieder wertgeschätzt werden. Die Vielfalt seiner Völker sei die Stärke Europas. Durch die Masseneinwanderung und die Bekämpfung der Nationalstaatlichkeit würde die Menschen kulturell entwurzelt, diese sehnten sich aber nach Haltepunkten wie Familie, Freunde, kulturelle Identität und Heimat.

Nicht zuletzt konstantiert Papke eine Sehnsucht der Bürger nach mehr Anstand. Höflichkeit und Respekt würden wieder geschätzt, daher müsse es einen Richtungswandel im Schul- und Bildungssystem geben. Zum Erziehungsauftrag der Lehrer müsse auch die Vermittlung von Werten gehören.

Unternehmensnachfolger verzweifelt gesucht

November 30, 2018

„In den nächsten 4 Jahren geht man von mindestens 600.000 Unternehmen aus, für die in Deutschland der Generationen-wechsel ansteht. Die Dunkelziffer kommt on top noch dazu“, so Dorothee Schenten vom KompetenzCenter Wirtschaft in Dortmund, das Unternehmensnachfolgen vermittelt. Die Unternehmensnachfolge gleicht einem Notstandsgebiet, die Gründergeneration ist in die Jahre gekommen.
Was ist schief gelaufen, dass aktuell aus allen Wirtschaftsecken ein Ruf wie Donnerhall erschallt: Wir suchen Unternehmensnachfolger! Merklich wabert ein schleichender Prozess durchs Land: „Ich finde keinen Nachfolge und schließe mein Unternehmen ab“, es ist ein Knockout für die deutsche Wirtschaft. Hier setzt ein Dominoeffekt ein. Wichtige Fachkompetenz geht verloren, genauso wie Arbeitsplätze. Der scheidende Unternehmer als Auftraggeber fehlt zukünftig, auch die Vielfältigkeit am Markt geht verloren.
Eine große Zahl von Nachfolgern und Nachfolgerinnen ist nötig, damit die Schlagkraft der deutschen Wirtschaft weiterhin aufrechterhalten werden kann. In der heutigen globalen Welt, macht das Thema Generationenwechsel vor keiner
Landesgrenze halt. Jedes Unternehmen, das keinen Nachfolger findet und die Türen schließt, ist ein unwiederbringlicher Verlust für den deutschen Wirtschaftsstandort.

Nicht außer Acht zu lassen sind die Aktivitäten ausländischer Investoren bei ihren Einkaufstouren durch die kleinen- und mittelständischen Unternehmen. Die Kritik und die Sorge zugleich nimmt Schenten in Unternehmergesprächen regelmäßig wahr. Auffallend ist aber auch, dass ausländische Investoren entscheidungsfreudiger sind als inländische.

Ganz am Anfang der Entscheidungsprozesse steht für den Unternehmer  immer eine große Hürde, weiß Schenten: „Hinter einem Lebenswerk die Tür abzuschließen, fällt jedem Unternehmer schwer. Der emotionale Aspekt darf nicht unterschätzt werden. Wie bei vielen anderen Entscheidungen im Unternehmeralltag sind weiche und harte Faktoren zu berücksichtigen, geprägt von einem hohen Maß an Individualität. Zuallererst braucht der Unternehmer eine Person
seines Vertrauens, der er sich offenbaren kann: Ich will abgeben, was muss ich jetzt tun?“
Viele betroffene Unternehmer befinden sich in einer üppigen Lage, so Schenten: “Die Umsatzkurve steigt kräftig nach oben. Heißt aber auch, das Arbeitspensum ist fast unerträglich angestiegen. Kaum Zeit zum Durchschnaufen, um sich mal Gedanken zu machen um Weiterentwicklungen. Klärungsprozesse, wie es mit dem Firmen-Lebenswerk weitergehen soll, bleiben aus. Und natürlich auch mit wem? Oder doch noch ein wenig abwarten, denn es läuft ja so gut? Die Unternehmer möchten gerne reden, eigentlich, aber das Tagesgeschäft lässt ihnen kaum Zeit zum Atmen. Die angesprochene jüngere Garde „Ich kann eine Firma leiten“, befindet sich aktuell auch in dem Sog der totalen Arbeitsüberlastung. Die eigene Selbstständigkeit wird erst einmal hinten angestellt. Wieso ein Risiko eingehen, wenn doch der gute Arbeitsplatz als Angestellter möglich
ist. Heißt, der Mut zur Selbständigkeit bleibt auf der Strecke?“

Der stille Wunsch der Gründerväter und Mütter hat sich zu einem brennenden Anliegen gefestigt:
Wo ist der vermeintliche „Siamesische Zwilling“? Der, der so tut wie ich und mein Unternehmen in die Zukunft führt? Wir wissen heute, dass viele Söhne und Töchter aus Familienbetrieben, geprägt durch das Elternhaus, kein Interesse am Unternehmerdasein oder an der Branche haben. Mit einem überschaubaren Entwicklungsspielraum könnte das schon ganz anders aussehen. Dies setzt auf beiden Seiten eine gute Portion Toleranz voraus; denn Nachfolger lassen sich nicht gerne ständig auf die Finger schauen, schon aber über die Schulter. Der externe Nachfolger sieht das nicht anders.
Also was läuft denn so wirklich schief im Lande von „Made in Germany“?
Unternehmensnachfolge muss endlich einen Status der Normalität erreichen. Es sollte als Chance begriffen werden und präsenter in den Köpfen aller sein. Die Alt-Unternehmer verbergen nicht ihre Enttäuschung über fehlenden Respekt zu geschaffenem Firmenwert, über fehlenden Arbeitseifer. Ja, die Alten haben geschuftet. Haben etwas aufgebaut und stoßen sich an der Ignoranz der Jungen, effizientere Arbeitsweisen und einer anderen Vorgehensweise in der Welt 4.0. Ein Körnchen Wahrheit ist auf beiden Seiten zu finden.

Schenten stellt am Anfang dieser Gespräche erst einmal die Herausforderung für beide Seiten da. „Mit einem Lebenswerk im Rucksack und neuen Impulsen in die Zukunft zu starten. Die Mischung macht’s, aus langjähriger Erfahrung und neuen Ideen. Da gehören zwei zu, die das auch zulassen und sich zuhören. Unser Credo ist: Wir bringen die richtigen Nasen zusammen.“
Die Weisheit ist nicht neu: Nur wer redet, dem kann geholfen werden! Genau hier liegt einiges im Argen, so Schenten.

Münster: Mit dem OB durch Kasernen spazieren

Oktober 17, 2018

Uhrturm-Gebäude in der Oxford-Kaserne; Arbeitsgemeinschaft OXF (Kéré Architecture, Schultz-Granberg Städtebau+Architektur, bbz landschaftsarchitekten, Prof. Mathias Uhl Siedlungswasserwirtschaft)

Münster (SMS) Jahrzehntelang waren die Oxford-Kaserne in Gievenbeck und die York-Kaserne in Gremmendorf für die Bürgerschaft unzugänglich. Nun hat die Stadt die Kasernengelände vom Bund gekauft und aus ehemals militärischem Sperrgebiet sollen „Zwei Stück Münster-Zukunft“ werden, zwei neue Stadtquartiere mit Platz zum Wohnen, Arbeiten und Leben. Die ersten Schritte auf dem Weg in die Zukunft macht Oberbürgermeister Markus Lewe gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern. Er lädt am Sonntag, 28. Oktober, zu geführten Spaziergängen über die Kasernen ein. Nach der symbolischen Übergabe der Kasernen an die Münsteranerinnen und Münsteraner sollen im November weitere Führungen folgen.

Zum Beginn der Rundgänge begrüßen der Oberbürgermeister und Stadtbaurat Robin Denstorff die Gäste bei einem Gläschen  Sekt. Geführt von Fachleuten aus dem Planungsamt und dem Tiefbauamt begeben sich Interessierte dann auf eine Zeitreise und werfen Blicke in die Vergangenheit und Zukunft der beiden Kasernen.
Erstmals sind auch einige Gebäude von innen zu sehen, so der Uhrenturm der Oxford-Kaserne oder das Offizierskasino der York-Kaserne. Beide sollen zu Begegnungsstätten ausgebaut werden.

Zu den Höhepunkten der Führungen zählen 40 Meter lange Bauzaun-Ausstellungen in der großen Turnhalle der Oxford-Kaserne und der alten Panzerhalle der York-Kaserne. Sie dokumentieren die Geschichte der Kaserne und zeigen anschaulich die Entwürfe der künftigen Stadtquartiere.

An markanten Stellen auf beiden Kasernengeländen stehen Schaufenster in die Zukunft: große Banner mit einer Animation der künftigen Ansicht. Spannend wird es auch auf dem Exerzierplatz der Oxford-Kaserne. Hier markiert die Münster School of Architecture (MSA) die Umrisse der geplanten Gebäude.

Pro Kaserne gibt es vier geführte Spaziergänge für jeweils 30 Personen. Die Führungen starten in beiden Kasernen um 11 Uhr, um 12.30 Uhr, um 14 Uhr und um 15.30 Uhr (Dauer: eine Stunde; Teilnahme kostenfrei). Anmeldung erforderlich auf der Website www.zukunft-muenster.de oder telefonisch unter 02 51/4 92-27 85 (Mo-Fr 10-12 Uhr). Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben.