Fahrräder verboten

August 26, 2016

P1000194

Vor dem Bahnhof in der Fahrradstadt Münster versucht man jetzt einen Abschnitt der Windthorststraße frei von geparkten Fahrrädern zu machen. Die dort dicht an dicht abgestellten Fahrräder, darunter viele Fahrradleichen, wurden weggeräumt, und der Boden als Fahrradsverbotsszone rot markiert. Nach kurzer Zeit waren dort aber schon wieder Fahrräder zu sehen. Was sollen die Leute auch machen, die dort die Geschäfte besuchen? Vielleicht ist die Markierung auch zu missverständlich, manche Zeitgenossen deuten sie nämlich als Fahrradparkzone.

Münster bräuchte eigentlich nicht weniger, sondern mehr Parkraum für Fahrräder. Ein Parkhaus für Fahrräder am Bahnhof stünde der Fahrradstadt gut zu Gesicht.

Orte und Plätze in Münster

August 21, 2016

Münster wird von Besuchern und Einwohnern als gemütliche Stadt empfunden, dazu tragen die überschaubar gestalteten Plätze und die weitgehend autofreie Innenstadt bei. Die Stadtplanung hat immer darauf geachtet, dass sich neue Strukturen in die Stadt einfügen, sodass auch zu erwarten ist, dass die Neubebauung des Sinn-Leffers-Geländes die Altstadtkulisse nicht sprengt.

Eintauchen in die Welt der alten Römer

August 20, 2016

P1000166Mit faszinierenden Vorführungen fesseln heute und morgen die Römertage des Römermuseums in Haltern am See die Besucher. Ob Musikdarbietungen, altes Töpfer- und Kunsthandwerk, Exerzieren der Legionäre oder das Abfeuern von antiken Ballisten am wiederaufgebauten Westtor des einstigen Römerlagers Haltern, fast alles wirkt authentisch und historisch akkurat, mit viel Liebe zum Detail, ausführlich erklärt auch von den Römer-Darstellern. Einiges regt zum Nachforschen an, etwa dass die Römer ein eigenes System hatten, Noten und Musikstücke niederzuschreiben. Groß und klein kommen hier voll auf ihre Kosten.

Die Römer waren auch rechtsrheinisch unterwegs und errichteten entlang der Lippe Stützpunkte, so ist Haltern am See zu seinem Grabungsgelände und Museum gekommen.

Meine Fotoserie von den Römertagen finden sich hier.

Weitere Hinweise zur Veranstaltung finden sich hier.

Im Nebel

August 17, 2016

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

(Hermann Hesse)

Auf der Suche nach Heimat in Gesichtern von Menschen

August 17, 2016

P1000141 P1000139 P1000140

Man verbindet mit Heimat gemeinhin Landschaften, Orte, Kultur, Bräuche und Stimmungen, der Fotograf Carsten Sanders sucht sie aber in Gesichtern von Menschen.  Er hat dazu Deutschland bereist und hunderte von Porträtbildern von Menschen erstellt, die Deutschland als ihre Heimat ansehen. Das sich ergebende Gesamtbild ist äußerst vielfältig und schließt neben Kopftuchträgerinnen und Behinderten auch Prominente und Stars wie den mittlerweile verstorbenen Hans-Dietrich Genscher oder den Fußballer Sebastian Schweinsteiger mit ein. Alle sind auf gleichmütig wie auf Passbildern dreinsehende Zeitgenossen reduziert und nivelliert.

Noch bis zum 27. August ist die Ausstellung „Heimat. Deutschland – deine Gesichter“ in der Dominikanerkirche an der Salzstraße 10 in Münster zu sehen. Aktuell kann dort auch ein Projekt besichtigt werden, eine großes Modell von Münster zu erstellen (siehe Foto).

Mehr Informationen der Galerie Schemm, die die Ausstellung präsentiert, finden sich hier.

 

Münster bei Nacht

August 12, 2016

P1000121Die Altstadt von Münster präsentiert sich bei  Nacht prächtig illuminiert. Mehr Schnappschüsse finden sich hier.

Die traumhafte Altstadt von Lübeck

August 11, 2016

P1000046

Besuchte am vergangenen Wochenende die alte und einst bedeutendste Hansestadt Lübeck, um Architektur zu fotografieren. Die Königin der Hanse mit ihrer romantischen und idyllischen Altstadtinsel mit viel alter Bausubstanz zählt seit Anfang der 1970er Jahre zum UNESCO-Weltkulturerbe.  Ein Tag reicht nicht, um sich in der Innenstadt alles anzusehen, neben dem Buddenbrookhaus, dem ich meine Aufwartung machte, gibt es dort nämlich auch Einrichtungen, die an Willy Brandt und Günter Grass erinnern, ein Hanse-Museum und diverse mächtige alte Kirchen. Auch das Café Niederegger mit seinem großen Angebot an Torten und Marzipan-Mitbringseln oder die urigen Kellergewölbe der Schiffergesellschaft oder des Brauberger laden zum Verweilen ein. Eine Besonderheit Lübecks sind die Gänge und Höfe: In Zeiten starken Bevölkerungswachstums wurden kleine und niedrige Gänge in die Häuserfronten gebrochen, um zu kargen Unterkünften in den Hausinnenhöfen zu gelangen, in denen eher ärmere Menschen einquartiert wurden. Etwas 90 Gänge haben sich bis heute erhalten, die mit den dahinter gelegenen Höfen heute sehr pittoresk wirken.

Mehr Fotos von meinem Rundgang durch Innenstadt finden sich hier.

Hälfte des Lebens

Mai 16, 2016

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm’ ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

 

(Friedrich Hölderlin: Hälfte des Lebens, 1805)

Prometheus

Mai 3, 2016

Bedecke deinen Himmel Zeus
Mit Wolkendunst!
Und übe Knabengleich
Der Disteln köpft
An Eichen dich und Bergeshöhn!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehn,
Und meine Hütte
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

Ich kenne nichts ärmers
Unter der Sonn als euch Götter.
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war
Nicht wußt wo aus wo ein
Kehrt ich mein verirrtes Aug
Zur Sonne als wenn drüber wär
Ein Ohr zu hören meine Klage
Ein Herz wie meins
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir wider
Der Titanen Übermut
Wer rettete vom Tode mich
Von Sklaverei?
Hast du’s nicht alles selbst vollendet
Heilig glühend Herz
Und glühtest jung und gut
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal
Meine Herrn und deine.

Wähntest etwa
Ich sollt das Leben hassen
In Wüsten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen
Blütenträume reiften.

Hier sitz ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen
Genießen und zu freuen sich
Und dein nicht zu achten
Wie ich!

(Johann Wolfgang v. Goethe: Prometheus, frühe Fassung, erschienen 1778)

Wer jetzig Zeit leben will

Mai 3, 2016

Wer jetzig Zeiten leben will,
muß hab’n ein tapfers Herze,
es hat der argen Feind so viel,
bereiten ihm groß Schmerze.
Da heißt es stehn ganz unverzagt
in seiner blanken Wehre,
daß sich der Feind nicht an uns wagt,
es geht um Gut und Ehre.

Geld nur regiert die ganze Welt,
dazu verhilft Betrügen;
wer sich sonst noch so redlich hält,
muß doch bald unterliegen.
Rechtschaffen hin, rechtschaffen her,
das sind nur alte Geigen:
Betrug, Gewalt und List vielmehr,
klag du, man wird dir’s zeigen.

Doch wie’s auch kommt, das arge Spiel,
behalt ein tapfers Herze,
und sind der Feind auch noch so viel,
verzage nicht im Schmerze.
Steh gottgetreulich, unverzagt
in deiner blanken Wehre:
Wenn sich der Feind auch an uns wagt,
es geht um Gut und Ehre!

(Volkslied, 17. Jahrhundert)


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.