Archive for the ‘Regionalgeschichte’ Category

Die Adelsfamilie Droste zu Hülshoff und Münster

Mai 15, 2019

Wilderich Freiherr von Droste zu Hülshoff überreicht sein Buch an Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson. Foto: Presseamt Münster

Münster (SMS) Wilderich Freiherr von Droste zu Hülshoff überreichte in der Rüstkammer des Rathauses sein Buch „900 Jahre Droste zu Hülshoff“ an Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson (Bild). Darin beleuchtet er die Geschichte der Adelsfamilie. Sie ist nicht allein durch Annette von Droste-Hülshoff („Die Judenbuche“) eng mit Münster verbunden. Durch die Jahrhunderte haben immer wieder Familienmitglieder in Münster und im Münsterland gelebt und die Geschichte der Stadt mitgeprägt. Sechs Familienmitglieder waren Bürgermeister in Münster. Der Jurist und Schriftsteller Freiherr von Droste zu Hülshoff lebt in der Nähe von Freiburg. Er  repräsentiert die 24. Generation der Familie. Neben juristischer und kulturpolitischer Fachliteratur hat er auch über Annette von Droste-Hülshoff publiziert und hält Fachvorträge.

Für die einen Kriegerdenkmäler, für die anderen Steine des Anstoßes

April 23, 2019

Farbbeschmierungen am häufig kritisierten Dreizehner-Denkmal. Foto: Stadt Münster/ Fritz von Poblotzki

Münster (SMS) Kein Jahrhundert brachte so viele Denkmäler hervor wie das 20. Jahrhundert. Auch in Münster und Umgebung prägte sich eine Gedenklandschaft mit zahlreichen Kriegerehrenmalen aus, die überwiegend nach dem Ersten Weltkrieg entstanden sind. Sie dienten der ehrenden Erinnerung an gefallene Soldaten. Ihre Erinnerungsmotive werden heute kritisch hinterfragt.
Max Twickler vom Institut für Didaktik der Geschichte der Universität Münster blickt am nächsten Themenabend des Stadtarchivs auch über Münster hinaus und führt in die Entwicklung der Kriegerdenkmalskultur in Deutschland ein. Im Mittelpunkt stehen dabei die Weimarer Jahre. Daneben geht es um die identitätsstiftende Funktion der Ehrenmale zum Zeitpunkt ihrer Setzung.
Wie stellen wir uns heute zu den Erinnerungsmotiven der Kriegerehrenmale? Welche Rolle spielen sie in der heutigen geschichtskulturellen Auseinandersetzung? Fragen, zu denen Denkanstöße gegeben werden sollen.
Im Kern befasst sich der Referent mit der münsterschen Denkmallandschaft und ihren Veränderungen. Er konzentriert sich dabei auf die Debatte um die steinernen Erinnerungsorte in Münster, wobei auch die Rolle verschiedener Gremien der Stadtpolitik angesprochen wird. Anhand themenbezogener Geschichten aus dem Münsterland zeigt Twickler Möglichkeiten des künftigen Umgangs mit den steinernen Zeugen ihrer Zeit auf und erläutert, wie sich die einzelnen Vorgehensweisen begründen lassen. Eine Diskussion schließt sich an.
Info: Der Themenabend beginnt am Donnerstag, 25. April, um 18 Uhr im Stadtarchiv, An den Speichern 8. Um Anmeldung wird gebeten per E-Mail an archiv@stadt-muenster.de oder unter Tel. 02 51/4 92-47 01. Detaillierte Informationen zu den Kriegerdenkmälern, Mahnmalen und Kriegsgräberstätten im Stadtgebiet von Münster finden sich im Stadtnetz unter www.stadt-muenster.de/kriegerdenkmale/startseite

Wewelsburg: Ausflug zur „Schwarzen Sonne“

Juni 13, 2018
Hier versammelte sich die SS.

Der Nordturm der Wewelsburg beherbergt die „Gruft“ und den „Obergruppenführersaal“.

Die Wewelsburg im Paderborner Land hat eine wechselvolle Vergangenheit hinter sich. Errichtet von den Fürstbischöfen von Paderborn 1605 bis 1609 im Stil der Renaissance als Nebenresidenz und genutzt inbesondere als Jagdschloss, erlangte sie gewisse Berühmtheit, nachdem drei Jahrhunderte später Heinrich Himmer diesen ungewöhnlichen burgartigen Dreiecks-Schlossbau als Zentrum seines künftigen SS-Imperiums auserkoren hatte und entsprechend umbauen ließ. Vor allem den Putz ließ er abschlagen, um sie abweisender wirken zu lassen, was sie bis heute unschön aussehen lässt. Heute ist die Wewelsburg (wieder) Jugendherberge, Gedenkstätte und Sitz eines regionalgeschichtlichen Museums über das Hochstift Paderborn, mit einem kunterbunten Sammelsurium von wirtschafts-, sozial- und kriminalgeschichtlichen Exponaten, von denen einige durchaus länger im Gedächtnis haften bleiben. Von der einstigen Innenarchitektur der Schlossburg kann man sich beim Museumsrundgang allerdings wenig Eindruck verschaffen, auch über die Geschichte des Schlosses vor der SS-Inbesitznahme erfährt man nicht so viel.

Eine eigene große Museumsabteilung des Kreismuseums widmet sich monothematisch „Ideologie und Terror der SS“, und klärt über das Wirken und Nachwirkung der SS allgemein und vor Ort auf. Der Eintritt ist hier im Gegensatz zum Hochstiftmusem frei, sodass nicht gesagt werden kann, hier würde mit den Nazis Kasse gemacht. Im Rahmen dieser Daueraustellung, die im ehemaligen Wachgebäude der SS untergebracht ist, gelangt man auch über die so genannte „Gruft“ zur Hauptattraktion der Wewelsburg, dem „Obergruppenführersaal“ mit der durch einen Roman der 90er Jahre  als „Schwarze Sonne“ bekannt gewordenen Sonnenrad-Fußbodenornamentik, die heute schamvoll teilweise von Sitzsäcken für Besucher bedeckt ist.  Das Fotografieren ist hier wie im ganzen Museum verboten. Von den Fenstern hat man den Ausblick der Fürstbischöfe und SS-Generäle in die ostwestfälische Landschaft.

Im Museum ist bekannt, dass die Attraktionen der Wewelsburg stark von Rechtsradikalen frequentiert werden, die üblicherweise aber die Auseinandersetzung mit der KZ-Vergangenheit des Ortes meiden, was dort auch möglich wäre. Vor mir standen in der Tat zwei junge Burschen an der Museumskasse, die sich erst ihre Runen-Tattoos abkleben mussten, ehe sie ins Museum gelassen wurden, das übrige Besucherpublikum wirkte unverdächtig. Auch diese Austellung kann nicht jedes Geheimnis der SS lüften, ein sehr gutes Bild, was die SS konkret in der Wewelsburg eigentlich getrieben hat, verschafft die Ausstellung auch nicht, wahrscheinlich weil vieles Stückwerk und Planung geblieben war.

Aktuell kann im Museum auch eine humorige Sonderausstellung über Bierkultur im Paderborner Land und darüber hinaus besucht werden. Das zeigt nochmal schlaglichtartig, dass sich der Ort auch museal nicht gänzlich von der düsteren Vergangenheit unter dem SS-Totenkopf überschatten lassen will, die medial eine so große Rolle spielt.

Vor der Wewelsburg

Das Renaissance-Schloss ist weithin sichtbar.

Ein Grund zum Feiern? Münster und der Westfälische Frieden

April 29, 2018

Die Ausstellung „Ein Grund zum Feiern? Münster und der Westfälische Frieden“ im Stadtmuseum Münster widmet sich der Rezeptionsgeschichte des Westfälischen Friedens, wobei die Jubiläen 1748, 1848, 1898 und 1948 im Fokus stehen. Im Anschluss an die Ratifikation des Westfälischen Friedens hatte es 1649 in Münster einen Festakt gegeben doch die folgenden Jahrhunderte sollten eine ganz andere Sicht auf den Westfälischen Frieden offenbaren, als man heute annehmen sollte.

Die Jubiläen des Friedens im Jahr 1748 und 1848 wurden in Münster nur ignoriert. Die katholische Stadt nahm den Westfälischen Frieden vor allem als Schwächung des Katholizismus im Deutschen Reich wahr, während die protestantischen Reichsstädte Süddeutschlands wie etwa Nürnberg und Augsburg große Friedensfeste veranstalteten.

Wilhelm Bolte: Friedensdenkmal in Münster, eingeweiht 1905. Foto: Stadtmuseum Münster

Erst 1898 gedachte die Stadt Münster erstmals offiziell des Westfälischen Friedens. Wobei kein großer Festakt für die Bevölkerung geplant wurde, sondern lediglich ein Treffen von Historikern an den Friedensschluss in Münster erinnerte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden das monumentale Historienbild über die Friedensverhandlungen im Rathaussaal von Fritz Grotemeyer und das 1942 eingeschmolzene münstersche Friedensdenkmal. Diese Werke können jedoch nicht in einen Zusammenhang mit einer großen Feierstimmung anlässlich des Jubiläums in Zusammenhang gebracht werden.

Für die Nationalsozialisten war der Westfälische Frieden Grundlage um gegen den Erbfeind Frankreich Stimmung machen zu können. So plante die Partei, den 300. Jahrestag 1948 für ihre Zwecke zu missbrauchen. Einen Einblick in die bereits 1940 aufgebaute, aber nie eröffnete Propagandaausstellung geben erhaltene, damals angefertigte Gemäldekopien sowie dokumentarische Fotografien. Erst nach der Gedenkwoche 1948 erfolgte vor dem Hintergrund des verlorenen Zweiten Weltkriegs eine Umbewertung des Westfälischen Friedens zum Einigungsfrieden. Erst seit einigen wenigen Jahrzehnten ist Münster „Die Stadt des Westfälischen Friedens“, an dessen Jubiläen sie jetzt regelmäßig erinnert.

Die Ausstellung „Ein Grund zum Feiern? Münster und der Westfälische Frieden“ im Stadtmuseum verdeutlicht, wie abhängig das Urteil über den Westfälischen Frieden von den jeweiligen zeithistorischen Umständen war. Zur Veranschaulichung werden in der Ausstellung Gemälde, Medaillen, Grafiken, Plakate, Postkarten, Fotos, Filmaufnahmen, Inszenierungen und Animationen aus 350 Jahren Geschichte des Westfälischen Friedens in Münster zusammen mit bedeutenden Leihgaben, etwa dem berühmten Weinlöwen aus Nürnberg, ausgestellt.

Zur Ausstellung, die bis zum 2. September 2018 zu sehen ist, erscheint ein Katalog, der im Stadtmuseum Münster an der Salzstraße erhältlich ist (Sandstein Verlag, 9,80 Euro).

Quelle: Stadt Münster

Die Freiheitsstatue der Deutschen – das Hermannsdenkmal bei Detmold

Oktober 22, 2017

Das Hermannsdenkmal war mit einer Höhe von 53 Metern vor Errichtung der New Yorker Freiheitsstatue die höchste Statue der westlichen Welt. Der Bildhauer Ernst v. Bandel hatte die Errichtung des Denkmals zu seinem Lebenswerk gemacht, er starb kurz nach der Fertigstellung im Jahr 1875. Das Hermannsdenkmal erinnert an den Cheruskerfürsten Arminius und die Schlacht im Teutoburger Wald. Insofern scheint es richtig zu stehen, jedoch wurde der Teutoburger Wald nach der Schlacht benannt, nicht umgekehrt, weil man dort in der Neuzeit den Ort der Schlacht vermutete. Wo die Schlacht im Teutoburger Wald aber wirklich stattfand, ist bis heute umstritten.

Seit der Wiedervereinigung hat das Hermannsdenkmal ausweislich der Besucherzahlen etwas an Bedeutung als Pilgerstätte des deutschen Patriotismus und Touristenziel verloren, es spielt jedoch im westfälischen, insbesondere ostwestfälischen Lokalpatriotismus bis heute als Symbol für Widerstandsgeist und Sturköpfigkeit eine Rolle. Sogar die Grünen haben im Landtagswahlkampf damit geworben, während es ganz Linke außerhalb Westfalens am liebsten sprengen würden.

Bei meinem Besuch erklärte eine Französin als Fremdenführerin die Umstände des Denkmalbaus, was nicht ohne Komik ist, da das Denkmal auch eine antifranzösische Deutungsrichtung hat.

http://www.hermannsdenkmal.de/

Münster: ein altes Kriegerdenkmal inmitten der Skulptur-Projekte 2017

Juni 26, 2017

Train-Denkmal

Kriegerdenkmäler, die an deutsche Gefallene des Ersten oder Zweiten Weltkrieges erinnern, haben in der Gegenwart keinen leichten Stand mehr: Die Toten, an die häufig namentlich erinnert wird, sind oft vergessen und linke Gruppierungen schänden die Denkmäler in ihrem Hass auf die Vorfahren mit Schmierereien. Historische Denkmäler lassen sich allgemein für die Nachwelt oft nur noch schwer erschließen, etwa wegen der altertümlichen Sprache, die sie verwenden. In Münsters Promenade steht noch das alte Train-Denkmal. Train (frz.) ist das alte Wort für die militärischen Nachschubtruppen. Das Denkmal wurde 1925 vom Traditionsverein des westfälischen Trainbataillons Nr. 7 errichtet und erinnert an die Gefallenen der Einheit im Ersten Weltkrieg. 1928 wurde seitlich noch Tafeln in den Boden eingelassen, die auch an zwei (!) Gefallene der Einheit im Kolonialkrieg 1904-1907 in Deutsch-Südwestafrika und einen (!) gefallenen Trainsoldaten bei der Niederschlagung des Boxeraufstands erinnern. Dies führte dazu, dass das Kriegerdenkmal zum Kolonialdenkmal umgedeutet wurde, obwohl es sonst keine kolonialen Bezüge enthält, und entsprechend seit den 1980er Jahren problematisiert wurde. Kam es in Südwest nicht zum Völkermord an den Herero und Nama?  Müsste es nicht mit Erklärtafeln versehen werden, die nicht an deutsche Opfer, sondern an die afrikanischen Opfer der Deutschen erinnern, oder sogar umgestaltet werden? Die Verwaltung der Stadt setzte lange

Lara Favaretto: Momentary Monument

Widerstand gegen solche Projekte entgegen und verwies darauf, dass das Train-Denkmal eine historische Quelle sei, die sich unverändert dem Urteil der Geschichte stellen müsse. Auch verwahrte sich die Bundesregierung noch bis 2015 gegen die Einordnung der Kriegsgreuel in Südwestafrika (heute Namibia) als Völkermord. Schon 2010 war aber ein Antrag der SPD in Münster erfolgreich, das Train-Denkmal mit einer erläuternden Hinweistafel zu versehen, die daran erinnert, dass „viele Hererofamilien in die Wüste gezwungen wurden, wo sie elend zu Grund gingen“. Das Wort „Völkermord“ wurde also vermieden. „Wir gedenken auch der zehntausenden Toten der unterdrückten Völker“, heißt es weiter. Das „auch“ hat ein Schmierfink, der der gefallenen deutschen Soldaten nicht mehr gedenken will,  mit Bedacht durchgestrichen und ein „heute“ darüber gesetzt.

Im Rahmen der laufenden Skulptur-Projekte 2017 setzte die Künstlerin Lara Favaretto ihr Kunstwerk „Momentary Monument – The Stone“ als Replik auf das Train-Denkmal am Ludgerikreisel. Es soll als eine Art Spardose für Menschen in Abschiebehaft verstanden werden, der Stein enthält einen entsprechenden Schlitz zum Einwerfen von Geld. Nach dem Ende der Skulptur-Projekte wird „The Stone“ jedoch wieder abgetragen, sodass dem Groll und den Schuldgefühlen(?) der Train-Denkmal-Gegner nicht dauerhaft entsprochen wird. Schon abgeräumt wurde die Kunst-Guerilla-Aktion „Proud America“ von Christian Nachtigäller, der zu Beginn der Skulptur-Projekte das Train-Denkmal mit einem Lattengerüst und einem Fass in den Nationalfarben der USA ergänzte, die offenbar nach Lesart des Künstlers die koloniale Tradition des Westens fortführen. Es bleibt offen, ob dem Train-Denkmal weitere „Umgestaltungen“ und „Ergänzungen“ drohen oder es seinen Frieden als vergessenes historisches Relikt wieder finden darf.

Weiterführende Links:

Eine vollständige Dokumentation des Kriegerdenkmals findet sich hier.

Wortwörtlich steht auf den Bodentafeln: „Es starben den Heldentod für Kaiser und Reich“. Dies erregt heute die Gemüter als Ausdruck übertriebener Heldenverehrung, bedeutet aber lediglich, sie sind „gefallen“ im Sinne von „im Kampf gestorben“.

Ein Beitrag für Radio Q hat 2015 die Kontroverse um das Train-Denkmal umfassend dargestellt.

Eintauchen in die Welt der alten Römer

August 20, 2016

P1000166Mit faszinierenden Vorführungen fesseln heute und morgen die Römertage des Römermuseums in Haltern am See die Besucher. Ob Musikdarbietungen, altes Töpfer- und Kunsthandwerk, Exerzieren der Legionäre oder das Abfeuern von antiken Ballisten am wiederaufgebauten Westtor des einstigen Römerlagers Haltern, fast alles wirkt authentisch und historisch akkurat, mit viel Liebe zum Detail, ausführlich erklärt auch von den Römer-Darstellern. Einiges regt zum Nachforschen an, etwa dass die Römer ein eigenes System hatten, Noten und Musikstücke niederzuschreiben. Groß und klein kommen hier voll auf ihre Kosten.

Die Römer waren auch rechtsrheinisch unterwegs und errichteten entlang der Lippe Stützpunkte, so ist Haltern am See zu seinem Grabungsgelände und Museum gekommen.

Meine Fotoserie von den Römertagen finden sich hier.

Weitere Hinweise zur Veranstaltung finden sich hier.

Röthenbach im Spiegel der Presse

April 27, 2016

Ehemalige Bewohner von Röthenbach behalten oft ihr ganzes Leben eine Bindung zu diesem abgelegenen Örtchen in der nördlichen Oberpfalz. Ich erlebte dies auf Heimattreffen mit Ex-Röthenbachern in Röthenbach als Kind, und spüre es auch jetzt selbst. Die Einwohnerzahl von Röthenbach hat sich einst nach Stillegung der Gutsbetriebe in den 1960er Jahren ungefähr halbiert, vor acht Jahren hat auch meine Familie den Ort verlassen. Was bleibt, ist die Erinnerung, die Geschichte und die schöne Natur des Orts, die jüngst auch das Interesse von Rangerinnen des Geoparks Bayern-Böhmen geweckt hat. Die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude im alten Ortskern will aber nicht recht vorankommen bzw. ist zumindest vorläufig mit dem Teileinsturz des Hammerschlosses tragisch gescheitert. Das Hammerschloss steht seit vergangenem Jahr erneut zum Verkauf. Den Schlosspark hat der jetzige Besitzer schon an den Staatsforst veräußert.

Im folgenden habe ich Zeitungsartikel der letzten Jahre über Röthenbach zusammengetragen, die eine kleine Chronik ergeben.  Aufgrund der sich überstürzenden Ereignisse ist wahrscheinlich in den letzten Jahren mehr über Röthenbach geschrieben worden, als während meiner ganzen beschaulichen Kindheit und Jugend, die ich dort verbrachte.

 

Röthenbach allgemein und Geschichte

29. 3. 2008, Chronik: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/roethenbach-vom-eisenhammer-zur-neuen-heimat-fuer-fluechtlinge-d29148.html

1.9. 2010, teilweise fehlerhafte Kurz-Chronik: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/1250-aus-der-geschichte-des-ortes-und-schlosses-d715350.html

11.6.2013, Austellung über die Ortsgeschichte erfreute sich lebhaften Interesses: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/ausstellung-der-freien-waehler-zur-roethenbacher-dorfgeschichte-stoesst-auf-enormes-von-gloserern-gutsherren-und-gasthaeusern-d76865.html

13. 8. 2013, Erneuerung der Straße nach Weiherhammer: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/strecke-zwischen-weiherhammer-und-roethenbach-kurz-vor-fertigstellung-im-eiltempo-drei-kilometer-saniert-d727605.html

1.2.2014, geführte Touren von Geoparkrangerinnen im Röthenbachtal http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/brandneue-touren-rund-um-kohlberg-geopark-in-der-planungsphase-erlebnisse-im-untergrund-d956436.html

2. 8. 2014, anekdotischer Bericht über die einstige Rablmühle, ehemals zum Gutsbesitz gehörend: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/rablmuehle-zwischen-weiherhammer-und-dem-kohlberger-ortsteil-roethenbach-seit-langem-geschichte-nur-die-erinnerung-bleibt-d960004.html

2. 5. 2015, 2. Weltkrieg in Röthenbach: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/der-feind-im-dorfe-d964891.html

2. 5. 2015, Kurz-Chronik:  http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/familie-von-grafenstein-ist-eng-mit-roethenbach-verbunden-d965343.html

1.6.2015, Freilegung der Reste der Rablmühle: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/biotopverbund-im-roethenbachtal-d965352.html

5. 6. 2015, Kurzer Bericht über das „neue“ Röthenbach, die Eigenheimsiedlung am Mühlberg: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/kohlberg-roethenbach-zwei-gesichter-eines-dorfes-d136594.html

 

Hammerschloss: Verkauf, Sanierung und Einsturz

31. 3. 2008, Verkauf an Raymond Grassick: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/familie-von-grafenstein-verkauft-stattlichen-besitz-an-kathrin-und-raymond-grassick-neue-schlossherren-in-roethenbach-d29149.html

14. 6. 2008, Interview mit Christine von Grafenstein: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/christine-von-grafenstein-trennt-sich-leichten-herzens-von-schloss-roethenbach-und-nimmt-sich-es-ist-wie-wenn-eine-last-von-mir-faellt-d1452610.html

31. 12. 2008, Grillen zum Einstand der neuen Schlossbesitzer: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/raymond-und-kathrin-grassick-laden-dorfgemeinschaft-ins-roethenbacher-schloss-ein-neue-nachbarn-sagen-hallo-d1148858.html

24.12.2009, Grassicks laden ein: https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/kathrin-und-raymond-grassick-laden-in-ihr-anwesen-ein-schloss-und-ort-ruecken-zusammen-d924414.html

31.8. 2010, Erneuerung des Daches: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/archiv/um-dornroeschens-vertraeumtes-anwesen-in-roethenbach-zu-wecken-braucht-es-viel-engagement-das-schloss-ist-unser-hobby-d51599.html

16.7. 2012, Teileinsturz: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/verkettung-ungluecklicher-umstaende-zukunft-des-dreigeschossigen-gebaeudes-ungewiss-roethenbacher-schloss-eingestuerzt-d944963.html

19. 7. 2012, Notsicherung: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/-und-eine-schnelle-notsicherung-des-roethenbacher-schlosses-mauerwerk-gibt-nach-denkmalpfleger-vertrauen-auf-gott-d945053.html

19. 9. 2012, Notsicherung mit Betonwanne angedacht: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/renovierung-von-schloss-roethenbach-schwieriger-als-erwartet-finanzierung-unklar-immer-neue-risse-d946165.html

19.10.2012, Bauruine muss vor Einbruch des Winters winterfest gemacht werden: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/ehepaar-grassick-wartet-auf-gruenes-licht-um-schloss-roethenbach-winterfest-machen-zu-duerfen-uns-laeuft-die-zeit-davon-d76352.html

25.5.2013, Alles neu macht der Mai? https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/das-erheblich-beschaedigte-roethenbacher-schloss-daemmert-vor-sich-hin-kapelle-gesperrt-winterschlaf-im-fruehling-d726714.html

19. 7. 2014, „Flohmarkt“ auf dem Gutshof, Rechtsstreitigkeit um Verschulden des Einsturzes: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/schlossherr-versucht-mit-flohmarkt-anwaltskosten-zu-decken-barockes-gut-ein-millionengrab-biggest-rausverkauf-in-roethenbach-d959442.html

30.5.2015, Hammerschloss steht wieder zum Verkauf: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/kein-happy-end-fuer-schloss-d965337.html

18. 3. 2016, Schutz der Waldkapelle am Rande des Schlossparks vor Veräußerung nach Tschechien, Verkauf des Schlossparks an den Staatsforst: http://www.onetz.de/kohlberg/vermischtes/marktratssitzung-kohlberg-keine-grenzwanderung-d1567170.html

8.11.2017, neues Konzept für die Sanierung historischer Gebäude, eine Stiftung bringt Hoffnung auch für Röthenbach: https://www.onetz.de/kreis-neustadt-wn/kultur/neues-konzept-fuer-sanierung-historischer-gebaeude-stiftung-bringt-hoffnung-d1792997.html

 

Die Röthenbach-Chronik des Lehrers Anton Meindl

Mai 10, 2014

Die Geschichte meines Heimatortes Röthenbach bei Kohlberg, die der ehemalige Lehrer Anton Meindl(1895-1984) aufgeschrieben hat, ist mittlerweile im Internet veröffentlicht. Die Aufzeichnungen bieten ein reiches sozial- und wirtschaftsgeschichtliches Panoptikum:

 

http://www.köhlersiedlung-imb.info/anton_meindl_chronik.pdf

Burg Hülshoff: Lesung mit Martina Gedeck eröffnet Gedicht-Ausstellung

Juni 16, 2013

SAM_0359„O schaurig ist’s über’s Moor zu gehen…“ Die bekannte Schauspielerin Martina Gedeck eröffnete im Rahmen eines Literaturfestes mit einer Lesung aus Briefen und Gedichten der Annette von Droste-Hülshoff eine Ausstellung im Schlosspark der Burg Hülshoff.  Martina Gedeck hatte sich in ein altmodisches weißes Kleid geworfen und schien stellenweise beim intensiven Vortrag mit der historische Dichtergröße zu verschmelzen.

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Noch bis zum 14.7. 2013 werden für interessierte Besucher drei Pavillons zu besichtigen sein, die mittels von effektvoller Innenarchitektur den Eindruck der Gedichte  „Der Knabe im Moor“, „Am Thurme“ und „Im Grase“ multimedial wiedergeben und interaktiv begehbar machen wollen.  Die Umsetzung scheint durchaus gelungen: Im ersten Pavillon muss sich der Besucher angstvoll ducken, um in dunklen Gängen ein Panoptikum ansehen zu können, in zweitem kann er einen Ausblick genießen und  im dritten sich an einen Graskubus anlehnen. Die Burg Hülshoff ist im vergangenen Jahr der Annette von Droste zu Hülshoff- Stiftung übertragen worden: „Kreative Formen der Vermittlung und Präsentation von Literatur sollenen einen innovativen Literaturort mit überregionaler Anziehungskraft entstehen lassen.“

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