Archive for Februar 2011

Seht ihr die Vögel am Himmel?

Februar 20, 2011

Seht ihr die Vögel am Himmel?

Sie sind frei,

Nichts zwingt sie zur Erde.

Sie fliegend abwechselnd

alleine

Und in Formation.

Die Vögel sollen uns Vorbild sein:

Ein jeder von uns ist frei,

Und fügt sich doch in ein Ganzes ein.

Auf Deutsch und Englisch: Woyzeck als „Musical“

Februar 6, 2011

„If there’s one thing you can say about Mankind,

There’s nothing kind about man.

You can drive out nature with a pitch fork,

But it always comes roaring back again.

Misery’s the river of the world.“ (Tom Waits/ Kathleen Brennan 2000)

Woyzeck, das hinterlassene Bühnestück-Fragment von Georg Büchner, hatte gestern als mit Musik und Songeinlagen versehene Version an den Städtischen Bühnen in Münster Premiere.  Die Schauspieler wechselten zwischen ihren deutschen an der Textvorlage orientierten Sprechrollen und englischsprachigen Gesangseinlagen hin- und her und traten weitgehend in modernen Kostümen auf. Im Begleitheft wurden großzügig Bezüge des Stoffes, den Büchner kurz vor seinem Tod 1837 verarbeitete, zur Gegenwart hergestellt (auch hier zu finden). Ein Trauerspiel in einer von der Armut geprägten pauperistischen Gesellschaft um den Eifersuchtsmord des getretenen, ausgebeuteten und betrogenen Soldaten Woyzeck, der immer weiter in die Psychose getrieben wird. Der im Stück auftretende Arzt ist keine Hilfe, nutzt Woyzeck als Versuchsobjekt für Mangelernährung und sieht ihn als „interessanten Kasus“. Interessant ist an diesem negativen Arzt-Bild, dass Büchner selbst ein begabter Mediziner war, dem eine Karriere als Dozent bevorstand. Wenn ihm der Tod nicht so früh die Feder aus der Hand gerissen hätte, hätte Büchner allerdings den Woyzeck wohl  noch um eine Gerichtsszene ergänzt, bei der er nach dem Militär und den Medizinern auch die Juristen des Restaurationszeitalter in einem schlechten Licht gezeichnet hätte.

Jura-Bibliothek erstrahlt in neuem Glanz

Februar 4, 2011

Das Rechtswissenschaftliche Seminar I im Münsteraner Juridicum erstrahlt seit Abschluss der Renovierungsarbeiten Ende Januar in neuem Glanz. Die Tische in der Jura-Bibliothek wurden alle mit Stromanschluss und zum Teil mit Leselampen versehen. Auch das Juristenmaskottchen am Eingang zur Bibliothek wurde neu aufpoliert.

Schwarz auf weiß: Andreas Feininger in New York

Februar 3, 2011

In Münster´schen Stadtmuseum besuchte ich eine Ausstellung mit Fotografien von Andreas Feininger, dem Sohn des Malers Lyonel Feininger.  Die künstlerisch attraktivsten waren jene Fotografien, auf denen man am wenigsten erkannte, weil sie in schwarzes Dunkel getaucht waren, sei es durch Schattenwürfe von Brückenkonstruktionen, die mit Lichtflecken konstrastieren, sei durch die dunkle Wucht von Wolkenkratzern in New York. Die mikroskopischen Nahaufnahmen aus der Natur wirkten schon wie gemalt. Am Ende nach interessanten Ansichten von Geschäften ethnischer Minderheiten nicht sonderlich ambitionierte Motive von Nachtclubwerbetafeln.

Die Zwillingstürme der World Trade Centeres waren intakt, als Feininger sie in den 1980er Jahren fotografierte.

Der Zeitung entnehme ich die Klage über die geplünderten und zerstörten Grabschätze der Pharaonen in Kairo. Wie gut, dass man die Nofretete in Berlin behalten habe.  So sieht man in der Museumslandschaft Europa auf die umstürzenden Ereignisse im Nahen Osten, revolutionäre Eruptionen von Vitalität, die man in Europa nur noch in historischen Museen besichtigen kann.

In einer Buchhandlung fand ich Bände der Mecki-Comics, sie erinnerten mich in ihrer liebevoll und fantastisch gezeichneten Art an die Abenteuer des Little Nemo in Slumberland.