Archive for the ‘Oberpfalz’ Category

Der Schatz vom Grafenbauernhof

Oktober 15, 2019

Die bayerische Adelsfamilie v. Grafenstein leitet sich genealogisch von der Oberpfälzer Bauernfamilie Graf ab, die seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges auf dem nach ihr benannten Grafenbauernhof in Oberweißenbach bei Vilseck, nördliche Oberpfalz, saß und im 18. Jahrhundert im Zusammenhang mit einer kleinen Nachblüte des Oberpfälzer Eisengewerbes durch den Betrieb von Eisenhämmern, Eisenhandel und Fuhrwerksbetrieb zu Wohlstand gelangt war. Durch ihr Geschick und glückliche Heirat brachten die Graf die Hammergüter Altneuhaus, Altenweiher, Heringnohe und Hammergänlas in ihren Besitz.  1757 ersuchte Johann Georg Graf (1718-1802), Besitzer von Altneuhaus und Hammergänlas und Landrichter zu Parkstein, den bayerischen Kurfürsten Max Joseph um Verleihung des Adelsprädikats, damit er zu patriotischen Diensten fähiger werde und seinen Gütern und Geschäften besser vorstehen könne. Dem Gesuch wurde im Frühjahr 1758 entsprochen und dem Johann Georg Graf der Name von Grafenstein verliehen. Sein Sohn Johann Georg jun. (1742-1823) wird von der Genealogie des in Bayern immatrikulierten Adels als Stammvater der Familie von Grafenstein genannt, da von dessen drei Söhnen alle drei Linien der Familie abstammen.

Grabstein in der Kirche St. Ägidius in Vilseck für (Johann) Georg von Grafenstein (1718 – 1802), der in zweiter Ehe mit der Anna Barbara Mayer (1707 -1792) verheiratet war. Beide wurden 85 Jahre alt.

Den Grafenbauernhof gibt es heute noch, er befindet sich seit rund 200 Jahren im Besitz der Familie Trummer, die eine alte Sage um ihre Vorgänger auf dem Hof überliefert hat, denn der einstige Aufstieg der einfachen Bauernfamilie Graf erzeugte in der Nachwelt Verwunderung, die nach einer Erklärung verlangte:

Der Grafenbauer Georg Graf (1675-1742) träumte, so die Sage, nachts von einer alten Frau, die ihm sagte, er solle nach Regensburg fahren, dort werde er auf der Steinernen Brücke sein Glück finden. Der Grafenbauer wusste zunächst nicht, was er vom Ratschlag der Hexe halten sollte, aber nach der Morgensuppe ließ er seinen Knecht die Kutsche für die Reise nach Regensburg anspannen. Nach der Fahrt durch das Vilstal Richtung Süden kam er nachmittags in Regensburg an. Zu Fuß begab er sich zur Steinernen Brücke und ging auf ihr lange Zeit auf und ab, ohne dass etwas passierte. Da kam am Abend ein Unbekannter auf den Georg Graf zu und fragte, ob er ihm helfen könne, anscheinend kenne er sich nicht in der Stadt aus. Der Grafenbauer erzählte ihm seinen Traum. Der Fremde entgegnete, dass auch er etwas Wirres geträumt hätte: In „Weisserboch“ beim Grafenbauern hinter dem Haus sollen drei Truhen Gold vergraben sein, aber er kenne weder dieses Weisserboch noch den Grafenbauern. Freudig rief der Georg Graf aus, dass er ja der Grafenbauer von Weisserboch sei, und eilte sogleich zu seiner Kutsche zurück, um nach Oberweißenbach zurückzufahren.  Am nächsten Morgen begann der Bauer mit seinen Knechten hinter dem Haus einen Graben auszuheben und tatsächlich: Er stieß auf eine Holztruhe, randvoll mit Gold und Silbermünzen, sodann auf eine weitere, ebenfalls voll mit Kostbarkeiten. Mit diesen Gold- und Silbermünzen, so die Sage, kauften die Grafenbauern und ihre Nachkommen all die großen Hammergüter, darunter später auch meinen Heimatort Röthenbach, und auch ihren Adelsnamen. Nach der dritten Truhe suchte der Grafenbauer jedoch vergeblich, sie soll noch heute auf dem Gelände des Grafenbauenhofes zu finden sein,  dieweil die Familie Trummer freilich schon viele vergebliche Anstrengungen unternommen hat, auch mit Sonargeräten, den Schatz zu entdecken.

Woher aber stammte dieser Schatz? Auch davon weiß die Sage zu berichten. Demnach soll der Grafenbauerhof bis in den Dreißigjährigen Krieg hinein Sitz eines Steuereintreibers gewesen sein. Dieser war sehr gefürchtet und unbeliebt, da er alle Bauern, die ihrer Steuerpflicht nicht nachkamen, in den Turmanbau des alten Wohnhauses einsperren und schmachten ließ. Als die Gegend von plündernden Horden unsicher gemacht wurde, vergrub der Steuereintreiber bei Nacht und Nebel die gehorteten Steuereinnahmen unter den Büschen, ehe er selbst von der Soldateska erschlagen oder verschleppt und das Haus niedergebrannt wurde. So geriet das vergrabene Gold in Vergessenheit.

Blick auf die Anhöhe in Oberweißenbach, auf der der Grafenbauernhof und der Jungbauernhof liegen, beides einst Besitz der Familie Graf, schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts aber der Familie Trummer gehörig.

Literaturhinweise:

Eckehart Griesbach: Truppenübungsplatz Grafenwöhr – Geschichte einer Landschaft, 2. Auflage, 1985.

Vereinigung des Adels in Bayern e. V. (Hrsg.), Genealogisches Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels. Bd. 21, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1996.

Hammerschloss Röthenbach – ein Dornröschenschloss im Holzkorsett

August 31, 2017

Hammerschloss Röthenbach, 2012, vor dem Teileinsturz.

Hammerschloss Röthenbach, 2012, nach dem Teileinsturz.

Hammerschloss Röthenbach, 2017, mit Holzkorsett.

Schon seit fünf Jahren nach seinem Teileinsturz bei Drainagearbeiten präsentiert sich das verwaiste Röthenbacher Hammerschloss in einem aufwändigen Holzkorsett und wird wie ein Dornröschenschloss zunehmend von der Natur umwuchert. In der Gemeinde Kohlberg gilt das nach einem Käufer suchende barocke Schlösschen als Millionengrab.  Sicher würde es einigen Aufwand erfordern, die eingestürzte Westseite wieder hochzumauern und auch die das Schloss umgebenden Gutsgebäude zu sanieren. Wenigstens ist das idyllisch gelegnee Hammerschloss aus dem Jahr 1678 gut gesichert und verriegelt, auch gegen Einbrecher, die nur zu ihrem eigenen Unheil in die Schlossruine einsteigen könnten. Einige kunstvolle Fassadenreste auf der Rückseite des Gebäudes weisen darauf hin, dass das alte Herrenhaus einmal ein wahres Schmuckkästchen gewesen sein muss, Schätze enthält es jedoch nicht mehr.

 

Mehr aktuelle Bilder aus dem verfallenden Ortskern von Röthenbach finden sich hier.

Vor 50 Jahren: Das Corps Franconia Jena zieht nach Regensburg

April 26, 2017

Im Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung erscheint dieses Jahr ein Beitrag von mir über die Verlegung des geschichtsträchtigen Corps Franconia Jena von Frankfurt nach Regensburg vor 50 Jahren. Diese Verlegung steht unter anderem mit dem Aufkommen der 68er-Bewegung in Frankfurt a. M. in Zusammenhang, die zu einer Absetzbewegung vieler Studentenverbindungen aus der Mainmetropole führte.

Röthenbach im Spiegel der Presse

April 27, 2016

Ehemalige Bewohner von Röthenbach behalten oft ihr ganzes Leben eine Bindung zu diesem abgelegenen Örtchen in der nördlichen Oberpfalz. Ich erlebte dies auf Heimattreffen mit Ex-Röthenbachern in Röthenbach als Kind, und spüre es auch jetzt selbst. Die Einwohnerzahl von Röthenbach hat sich einst nach Stillegung der Gutsbetriebe in den 1960er Jahren ungefähr halbiert, vor acht Jahren hat auch meine Familie den Ort verlassen. Was bleibt, ist die Erinnerung, die Geschichte und die schöne Natur des Orts, die jüngst auch das Interesse von Rangerinnen des Geoparks Bayern-Böhmen geweckt hat.

Im folgenden habe ich Zeitungsartikel der letzten Jahre über Röthenbach zusammengetragen, die eine kleine Chronik ergeben.  Aufgrund der sich überstürzenden Ereignisse ist wahrscheinlich in den letzten Jahren mehr über Röthenbach geschrieben worden, als während meiner ganzen beschaulichen Kindheit und Jugend, die ich dort verbrachte.

 

Röthenbach allgemein und Geschichte

29. 3. 2008, Chronik: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/roethenbach-vom-eisenhammer-zur-neuen-heimat-fuer-fluechtlinge-d29148.html

1.9. 2010, teilweise fehlerhafte Kurz-Chronik: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/1250-aus-der-geschichte-des-ortes-und-schlosses-d715350.html

11.6.2013, Austellung über die Ortsgeschichte erfreute sich lebhaften Interesses: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/ausstellung-der-freien-waehler-zur-roethenbacher-dorfgeschichte-stoesst-auf-enormes-von-gloserern-gutsherren-und-gasthaeusern-d76865.html

13. 8. 2013, Erneuerung der Straße nach Weiherhammer: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/strecke-zwischen-weiherhammer-und-roethenbach-kurz-vor-fertigstellung-im-eiltempo-drei-kilometer-saniert-d727605.html

1.2.2014, geführte Touren von Geoparkrangerinnen im Röthenbachtal http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/brandneue-touren-rund-um-kohlberg-geopark-in-der-planungsphase-erlebnisse-im-untergrund-d956436.html

2. 8. 2014, anekdotischer Bericht über die einstige Rablmühle, ehemals zum Gutsbesitz gehörend: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/rablmuehle-zwischen-weiherhammer-und-dem-kohlberger-ortsteil-roethenbach-seit-langem-geschichte-nur-die-erinnerung-bleibt-d960004.html

2. 5. 2015, 2. Weltkrieg in Röthenbach: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/der-feind-im-dorfe-d964891.html

2. 5. 2015, Kurz-Chronik:  http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/familie-von-grafenstein-ist-eng-mit-roethenbach-verbunden-d965343.html

1.6.2015, Freilegung der Reste der Rablmühle: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/biotopverbund-im-roethenbachtal-d965352.html

5. 6. 2015, Kurzer Bericht über das „neue“ Röthenbach, die Eigenheimsiedlung am Mühlberg: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/kohlberg-roethenbach-zwei-gesichter-eines-dorfes-d136594.html

 

Hammerschloss: Verkauf, Sanierung und Einsturz

31. 3. 2008, Verkauf an Raymond Grassick: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/familie-von-grafenstein-verkauft-stattlichen-besitz-an-kathrin-und-raymond-grassick-neue-schlossherren-in-roethenbach-d29149.html

14. 6. 2008, Interview mit Christine von Grafenstein: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/christine-von-grafenstein-trennt-sich-leichten-herzens-von-schloss-roethenbach-und-nimmt-sich-es-ist-wie-wenn-eine-last-von-mir-faellt-d1452610.html

31. 12. 2008, Grillen zum Einstand der neuen Schlossbesitzer: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/raymond-und-kathrin-grassick-laden-dorfgemeinschaft-ins-roethenbacher-schloss-ein-neue-nachbarn-sagen-hallo-d1148858.html

24.12.2009, Grassicks laden ein: https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/kathrin-und-raymond-grassick-laden-in-ihr-anwesen-ein-schloss-und-ort-ruecken-zusammen-d924414.html

31.8. 2010, Erneuerung des Daches: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/archiv/um-dornroeschens-vertraeumtes-anwesen-in-roethenbach-zu-wecken-braucht-es-viel-engagement-das-schloss-ist-unser-hobby-d51599.html

16.7. 2012, Teileinsturz: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/verkettung-ungluecklicher-umstaende-zukunft-des-dreigeschossigen-gebaeudes-ungewiss-roethenbacher-schloss-eingestuerzt-d944963.html

19. 7. 2012, Notsicherung: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/-und-eine-schnelle-notsicherung-des-roethenbacher-schlosses-mauerwerk-gibt-nach-denkmalpfleger-vertrauen-auf-gott-d945053.html

19. 9. 2012, Notsicherung mit Betonwanne angedacht: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/renovierung-von-schloss-roethenbach-schwieriger-als-erwartet-finanzierung-unklar-immer-neue-risse-d946165.html

19.10.2012, Bauruine muss vor Einbruch des Winters winterfest gemacht werden: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/ehepaar-grassick-wartet-auf-gruenes-licht-um-schloss-roethenbach-winterfest-machen-zu-duerfen-uns-laeuft-die-zeit-davon-d76352.html

25.5.2013, Alles neu macht der Mai? https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/das-erheblich-beschaedigte-roethenbacher-schloss-daemmert-vor-sich-hin-kapelle-gesperrt-winterschlaf-im-fruehling-d726714.html

19. 7. 2014, „Flohmarkt“ auf dem Gutshof, Rechtsstreitigkeit um Verschulden des Einsturzes: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/schlossherr-versucht-mit-flohmarkt-anwaltskosten-zu-decken-barockes-gut-ein-millionengrab-biggest-rausverkauf-in-roethenbach-d959442.html

30.5.2015, Hammerschloss steht wieder zum Verkauf: http://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/lokales/kein-happy-end-fuer-schloss-d965337.html

18. 3. 2016, Schutz der Waldkapelle am Rande des Schlossparks vor Veräußerung nach Tschechien, Verkauf des Schlossparks an den Staatsforst: http://www.onetz.de/kohlberg/vermischtes/marktratssitzung-kohlberg-keine-grenzwanderung-d1567170.html

8.11.2017, neues Konzept für die Sanierung historischer Gebäude, eine Stiftung bringt Hoffnung auch für Röthenbach: https://www.onetz.de/kreis-neustadt-wn/kultur/neues-konzept-fuer-sanierung-historischer-gebaeude-stiftung-bringt-hoffnung-d1792997.html

18.10.2018, in der Printausgabe des „Neuen Tags“ wird unter der Überschrift „Amberger Bauart GmbH erwirbt das Röthenbacher Schloss“ vom abermaligen Verkauf von Röthenbach berichtet. Der Geschäftsführer der Bauart GmbH, Wolfram Buegger, kündigte eine „denkmalverträgliche Sanierung mit Fingerspitzengefühl“ an, ohne allerdings konkret zu werden.

 

Die Röthenbach-Chronik des Lehrers Anton Meindl

Mai 10, 2014

Die Geschichte meines Heimatortes Röthenbach bei Kohlberg, die der ehemalige Lehrer Anton Meindl(1895-1984) aufgeschrieben hat, ist mittlerweile im Internet veröffentlicht. Die Aufzeichnungen bieten ein reiches sozial- und wirtschaftsgeschichtliches Panoptikum:

 

http://www.köhlersiedlung-imb.info/anton_meindl_chronik.pdf

Fotoserie: Burgruine Flossenbürg

Januar 8, 2013

Die Burgruine Flossenbürg, ehemals eine Stauferburg, setzte ich 2002 fotografisch um. Die kühne Burgkonstruktion aus dem Mittelalter, die von den Schweden im 30jährigen Krieg niedergebrannt wurde, befindet sich auf einer Granitfelsformation oberhalb des KZ Flossenbürg. Ich entschied mich daher für SW-Aufnahmen von diesem düsteren Ort. Spannend fand ich Wechselspiel und Kontraste von Granitformationen und von Menschenhand erbauten Mauern bei guter Sonneneinstrahlung. Man kann hier auch weit ins bayerisch-böhmische Grenzgebirge sehen. Die Fotos zeigen einige interessante Details von der teils frisch restaurierten Anlage, so die Löcher in den verarbeiteten Steinen, die dem besseren Greifen durch die mittelalterlichen Baukräne dienten.

Die Fotoserie findet sich hier:

Burgruine Flossenbürg

Regensburg: Auf einen Kaffee mit … Aurelia Schoplick

Januar 3, 2013
Die Regensburger Geigenbaumeisterin und Sängerin Aurelia Schoplick im Hotel Altstadt-Engel

Aurelia Schoplick im Café Altstadt-Engel

Aurelia Schoplick baut Geigen. Wie es dazu kam, erzählt Sie gerne jedem, der es wissen will… Ursprünglich wollte sie Archäologie studieren, fasste dann aber ein Restaurationsstudium ins Auge. Dafür musste sie wiederum zwei Jahre Praxis vorweisen können. So kam sie dazu, eine Lehre im Geigenbau zu machen, wobei es entgegen den Plänen bis heute geblieben ist. Denn auch Geigenbauer müssen viel wiederherstellen: alte Geigen nämlich, denen allerlei zustoßen kann.

In der Geigenbauer-Werkstatt am Regensburger Haidplatz hängt ein Himmel voller Geigen.

Geigenbauer-Werkstatt

Reparatur einer Geige

Schoplick kommt gerade von einem zweimonatigen Aufenthalt in New York zurück. Dort konnte Sie die Aufbesserung ihrer Englischkenntnisse mit der Arbeit in einem Geigenbau-Studio in Manhattan verbinden. Die Geigenbauer im Big Apple finden nichts dabei, ihre Kenntnisse untereinander und mit Gästen auszutauschen und miteinander auch zu feiern, stellte sie fest.

Neben ihrer Hauptbeschäftigung ist Schoplick schon seit längerem mit verschiedenen Bands, Combos und Musikprojekten unterwegs, die bei Bällen auftreten oder Hochzeitsfeiern in Kirchen umrahmen, sie fotografiert überdies noch künstlerisch.

Geigen in verschieden Baustadien: die mittlere ist noch unlackiert.

Geigen in verschieden Baustadien: die mittlere ist noch unlackiert.

Schoplick spielt auch selbst Geige – eine Geigenbauerin muss ihr Instrument beherrschen können, in der lokalen Musikerszene ist sie aber vor allem als Sängerin gefragt. Aurelia Schoplick weiß wiederum noch manchen Tip zu geben, welcher Musiker für die Umrahmung dieser oder jener Veranstaltung besonders geeignet sein könnte.

Für die Zukunft hat Aurelia Schoplick noch viel vor, als Sängerin in den Bands will sie weiterhin aktiv sein. Besonderes Anliegen ist ihr die Combo „Beatles Up“, die die Songs der allseits bekannt Band immer wieder überraschend für vier Sänger mit Pianobegleitung variiert.

Vielleicht wird sie sich auch einmal noch umfassend mit Restauration beschäftigen, nicht nur von Geigen, lässt sie durchblicken.

Denkmalschutz mit privaten Mitteln: Auch der Steinernen Brücke wird geholfen

Dezember 20, 2012

Auch am zweiten Bauabschnitt zur Mauerwerkssanierung der Steinernen Brücke in Regensburg beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr mit 125.000 Euro. Umwelteinflüsse und der ständige Verkehrsfluss brachten das Bauwerk an seine Belastungsgrenzen, so dass die Brücke vor drei Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste. Das Land, die Bayerische Landesstiftung und der Regierungsbezirk Oberpfalz stellen ebenfalls Mittel für die dringend erforderlichen Baumaßnahmen zur Verfügung. Der DSD-Fördervertrag erreicht Oberbürgermeister Hans Schaidinger in diesen Tagen.

Von 1135 bis 1146 wurde in Regensburg die inzwischen älteste, teilweise noch unverändert erhaltene romanische Steinbrücke in Deutschland erbaut. Neben dem Dom ist die Steinerne Brücke über die Donau heute das bedeutendste Wahrzeichen der auch an Naab und Regen liegenden Stadt. Das Gesamtinstandsetzungsprojekt ist detailliert vom Tiefbauamt der Stadt Regensburg in mehrjähriger Planung vorbereitet und mit der amtlichen Denkmalpflege abgestimmt worden. Sogar ein Musterbauwerk auf dem städtischen Bauhof diente der Klärung von Oberflächendetails, die sich an historischen Bauplänen aus den Jahren 1863/1877 sowie einer Fotographie von 1859 orientiert.

Die aus dem Mittelalter stammende Steinerne Brücke in Regensburg ist eines von über 220 Projekten, die die in Bonn ansässige Denkmalschutz Stiftung allein in Bayern dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte.

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Die eingehauste Steinerne Brücke – Foto: Linge/ DSD

Hammerschloss in Röthenbach eingestürzt

Juli 17, 2012

Das eingestürzte Hammerschloss in Röthenbach

Quelle: THW Weiden

Das bis 2007 im Besitz meiner Familie befindliche barocke Hammerschloss in meinem Heimatort Röthenbach bei Kohlberg ist teilweise eingestürzt.

Unmittelbare Auslöser waren Erdarbeiten in 1,40 m Tiefe direkt neben der Fassade. Seit einiger Zeit werden Entwässerungsarbeiten auf dem Grundstück zur Auffüllung eines Weihers durchgeführt, die mich bedenklich stimmten. Architekten bestätigten mir jetzt auf Nachfrage,  dass auch der Entzug von Wasser aus dem Boden eines Geländes die Statik darauf stehender Gebäude gefährden kann (sog. Grundbruch).

Mutmaßlich aufgrund der Schießübungen am nahegelegenen Truppenübungsplatz Grafenwöhr wies das Schloss schon seit langer Zeit durch den Denkmalschutz dokumentierte Risse im Mauerwerk auf.  Die Vorgänger-Dachkonstruktion war als zu schwer eingeschätzt worden und unter der Ägide des Denkmalschutzes durch eine neue ersetzt worden, die trotz zusätzlicher Dachgauben das Gebäude weniger belasten sollte. In Folge von Restaurierungsarbeiten war es zu einem Wasserrohrbruch gekommen, der dem Gebäude vorab zugesetzt hatte.

Es handelt sich um die schwerste Katastrophe in Röthenbach seit Bruch des Rablmüherweiherdamms im letzten Jahrhundert. Wenigstens wurde niemand verletzt.

Das Unglück geschah am Freitag, den 13., wie ich, ohne den Aberglauben befördern zu wollen, festhalten muss. In der Nacht von Freitag auf Samstag träumte ich davon, das Hammerschloss bei einer Rückkehr als Ruine vorzufinden, ohne von den Vorgängen Kenntnis zu haben.

Allein für Sicherungsmaßnahmen müssen jetzt 30 000 Euro eingesetzt werden. Weiterer Teileinsturz und Gesamteinsturz droht.

Röthenbach wird aufgrund von Lage, Größe, Innenaustattung und kunstvoller Fassade zu den herausragenden Hammerschlössern in der Oberpfalz gerechnet. Noch bis 1880 war in Röthenbach ein Hammerwerkshochofen in Betrieb, der Roheisen produzierte, und im Grundriss noch steht.  Desweiteren befindet sich in Röthenbach noch ein sehenswertes Glaspolierwerksgebäude, unter Denkmalschutz stehen ein Brauereigebäude und ein Glasarbeiterhaus.

Bericht über den Einsatz der Feuerwehr:

http://www.bk-media.de/index.php?con=Thema&ID=1115&tab=tab1

Bericht des THW:

http://thw-wen.de/einsatz_meldung.php?id=58

Bericht der Weidener Lokalzeitung:

http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/3329195-127-denkmalpfleger_vertrauen_auf_gott,1,0.html

Fernsehbericht von OTV:

http://www.oberpfalz.tv/nachrichten/zukunft-hammerschloss.html

Homepage der jetzigen Eigentümer:

http://www.hammerschloss-roethenbach.com/

Die Geschichte Röthenbachs ist durch das Schlossarchiv gut dokumentiert. Dieses befindet sich mittlerweile im Staatsarchiv Amberg:

http://www.gda.bayern.de/publikationen/nachrichten/pdf/heft_56.pdf

Burgen, Berge und Natur – Reisebilder aus Ostbayern

April 30, 2012
Reise durch Ostbayern