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In der Bahnhofshalle des Lebens

Februar 3, 2014

Ich warte in der Bahnhofshalle des Lebens.

 

Ich studiere den Fahrplan der Vergangenheits-Schienen.

Die vertanen Chancen,  Ausflüge ans Ende der Nacht,

Einstige Reisegefährten haben es un-weit gebracht,

Alte verfärbte Hoffnungen in zerscherbten Vitrinen.

 

Im Geiste besteige ich einen Zug und fahr‘:

Passiere Erlebtes meiner  bisherigen Reise,

Auch nur Erdachtes und Vorgestelltes, was aber war –

All‘ die Versäumnisse der Abstellgleise.

 

Wie das Frühstück im Sonnenschein –

Ich stellte mir immer vor, mein Herz,

Du hättest dort gelacht und gescherzt.

Wie könnte es wirklich gewesen sein?

 

Ich seh‘ Deinen vermissenden Blick,

Wie er unter den Gästen voller Resignation

Suchend wandert. Traurig warst Du. Kein Zurück

Gibt es auf der Trasse des Lebens zur Endstation.

 

Was will der Fahrplan der Zukunft berichten?

Ich erkenne keine Abfahrts- und Ankunftszeiten:

Er zeigt Pfade der verschlungenen Möglichkeiten,

Die sich zum umentwirrbaren Knäuel verdichten.

 

Durchsage am Bahnsteig. Ein Zug fährt ein.