Archive for the ‘Westfalen’ Category

Abstand halten von Raupen und ihren Nestern

Juni 17, 2019

Die Raupennester des Eichenprozessionsspinners sind derzeit an vielen Bäumen zu finden. Foto: Grafenstein

Münster (SMS) Seit Mitte Mai ist es von Tag zu Tag sichtbarer geworden: Der Eichenprozessionsspinner verbreitet sich auch in Münster rasant. An einigen Stellen im Stadtgebiet warnen inzwischen Schilder davor, die Raupen oder Nester zu berühren, denn gesundheitliche Beschwerden könnten die Folge sein. Besonders Allergiker sollten Abstand halten.

Das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit erfasst alle Meldungen, die von Bürgern eingehen und städtische Flächen betreffen. Sie werden nach einer  Gefährdungsabschätzung der jeweiligen Dringlichkeit entsprechend abgearbeitet. „Wir kommen, wenn es notwendig ist. Aber wir haben leider nicht die Kapazitäten, immer sofort zu kommen“, bittet Stadtförster Hans-Ulrich Menke mit Blick auf die lange Liste der Einsatzorte um Verständnis für dieses Vorgehen. Vorrang haben öffentliche Spielplätze, Kindergärten, Schulen und Sportanlagen.

Der Eichenprozessionsspinner mag es warm und trocken. Die entsprechende Witterung begünstigt seine Verbreitung. In Münster tritt der Eichenprozessionsspinner im gesamten Stadtgebiet auf, nahezu alle Eichen auf öffentlichen Flächen sind inzwischen betroffen. In diesem Jahr kommt durch die wechselnde Witterung ein besonderer Umstand hinzu: Die Schlupfzeit der Larven hat sich über mehr als sechs Wochen ausgedehnt, so dass an vielen Stellen Eichen wiederholt befallen wurden. So mussten zum Beispiel an einigen Schulen bereits viermal Gespinste und Raupen abgesaugt werden. Einsätze an anderen Stellen verzögerten sich dadurch. Inzwischen hat die Stadtverwaltung sechs Hubsteiger-Kolonnen und drei Bodentrupps im Einsatz, um in den dringendsten Fällen kommen zu können.

Die Gespinste kleben an den Eichenstämmen, vorzugsweise unter den Astgabeln. Die Raupen mit den gefährlichen Brennhaaren werden zum Teil noch bis wenigstens Mitte Juli aktiv sein. Dann folgt bis Ende August die Puppenruhe in den Nestern, bevor die harmlosen Nachtfalter schlüpfen. Die Brennhaare der Raupen bleiben allerdings in den Nestern. Für die Mitarbeiter des Grünflächenamtes und die beauftragten Fachfirmen gehen die Einsätze gegen den Eichenprozessionsspinner daher weiter: „Da es diesmal sehr viele Gespinste gibt, werden wir bis zum Herbst / Winter damit beschäftigt sein, die Nester zu entfernen“, erläutert Hans-Ulrich Menke. Eine flächendeckende Beseitigung – auch an Waldwegen oder im Außenbereich – sei allerdings nicht möglich und auch nicht nötig.

Sind die befallenen Bäume in privatem Besitz, müssen die Eigentümer die notwendigen Maßnahmen veranlassen. Sie sollten Kontakt mit einer Fachfirma aufnehmen. Informationen zum Eichenprozessionsspinner gibt es im Stadtportal (www.stadt-muenster.de/umwelt).

Was geht auf den Geländen der ehemaligen York- und Oxfordkaserne vor sich?

Mai 15, 2019

Großen Wert wird bei den Abbrucharbeiten (hier York) auf Recycling gelegt. Foto: NRW.URBAN

Münster (SMS) Die Vorbereitungen für die Realisierung der beiden neuen Wohnquartiere York und Oxford schreiten weiter voran. Die städtische Tochtergesellschaft KonvOY steuert in enger Zusammenarbeit mit den Fachämtern, den Stadtwerken Münster und anderen Versorgungsträgern alle Maßnahmen. Die Größenordnungen der Projekte sind enorm: Es entstehen insgesamt ca. 3000 Wohneinheiten in Kombination mit sozialer Infrastruktur, Räumen für Handel, Gewerbe und Dienstleistungen, öffentlichen Einrichtungen, Kultur- und Kreativräumen sowie große Grün- und Freizeitflächen. Bei diesen Dimensionen ist klar, dass viele Arbeitsschritte parallel laufen.

Abbrucharbeiten zur Vorbereitung von Straßen- und Leitungsbau
Auf beiden Arealen werden aktuell noch verbliebene, nicht erhaltenswerte Altgebäude sowie versiegelte Flächen zurückgebaut. Im Anschluss kann begonnen werden, die Ent- und Versorgungsleitungen zu verlegen und die Straßen zu bauen.
Der Kampfmittelräumdienst und die Feuerwehr begleiten diese Phase intensiv: Wie schon in den letzten Wochen erlebt, kann es an den bereits ermittelten Verdachtspunkten zu Blindgänger-Funden kommen.
Im Zusammenhang mit den Abbrucharbeiten kommen auch Artenschutzmaßnahmen zum Einsatz: An beiden Standorten wurden beispielsweise Nisthilfen aufgehängt.
Die Stadtverwaltung legt großen Wert auf Recycling. Eine große Menge abgebrochenes schadstofffreies Material ist für eine Wiederverwertung vorgesehen, zum Beispiel der Betonabbruch für den Straßenbau. Daraus ergeben sich weniger An- und Abfahrtsverkehre sowie Kosteneinsparungen.

Zeigt den Bagger-Einsatz in der York-Kaserne

Bagger-Einsatz für die neue Baustraße zur Anbindung der ehemaligen York-Kaserne an den Heeremansweg. Foto: NRW.URBAN.

Baustraßen mit späteren Funktionen
Damit möglichst viele Arbeitsschritte parallel passieren können, entsteht auf beiden Arealen  jeweils eine Baustraße für die Zu- und Abfahrt der Baufahrzeuge.
Auf dem York-Areal befindet sich seit Ende April eine neue Anbindung über den Heeremansweg an das Gewerbegebiet im Bau. Diese Straße hat eine hohe logistische Funktion, um die gleichzeitig ablaufenden Arbeitsschritte zu ermöglichen. Neben dem Abbruch, dem Straßen- und Leitungsbau wird die Baustraße auch für die Hochbauarbeiten im nördlichen Quartier durch die Wohn+Stadtbau genutzt, die voraussichtlich im Sommer 2020 beginnen sollen. Die Trasse der Baustraße bleibt über die Bauzeit hinaus erhalten – im künftigen Wohnquartier wird sie als Umweltspur von Bussen und Fahrrädern genutzt werden.
Baubeginn für die neue Baustraße auf dem Oxford-Areal ist Mitte Mai. Sie schafft während der Baumaßnahmen eine Verbindung von der Straße Bernings Kotten zum Arnheimweg. Über diese Trasse wird die Anbindung der Baufelder im nördlichen Bereich sichergestellt, etwa zum Wohn+Stadtbau-Projekt „Wohnen mit Aussicht“, dessen Bauphase voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2020 starten wird. Auch der Neubau des Kirchenzentrums der Lukas-Kirchengemeinde wird davon profitieren. Auch diese Baustraße muss später nicht komplett zurückgebaut werden; sie wird zum größten Teil umgestaltet zu einem Weg in der Grünfläche des zukünftigen Quartiers.

York-Quartier: Neue Adresse für das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Zwei ehemalige Mannschaftsgebäude, die Häuser  12 und 14 der ehemalige York-Kaserne, werden ab Sommer eine neue Adresse der Stadtverwaltung sein. Das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit zieht – für einen vorübergehenden Zeitraum – in die Gebäudeblöcke, die zwischenzeitlich vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Büroräume genutzt wurden. Die Vorbereitungen für den Umzug der ca. 170 Arbeitsplätze laufen auf Hochtouren.

Bau der Kita und Jugendeinrichtung am Wiegandweg
Mit dem ersten Hochbauprojekt auf der ehemaligen York-Kaserne ist die Wohn + Stadtbau bereits in der Bauphase. Die denkmalgeschützte ehemalige Krankenstation der Kaserne (sie befindet sich an der südlichen Mauer des York-Areals und damit direkt am Wiegandweg) wird umgebaut und mit einem Neubau erweitert. Es entstehen eine Kindertagesstätte (mit Platz für acht Gruppen) und ein Zentrum für Jugendliche. Voraussichtliche Fertigstellung ist im 3. Quartal 2020.

Tiefbauarbeiten im Wiegandweg
Im Juni starten am Wiegandweg Tiefbauarbeiten: Die Kanalisation wird saniert, die Straße wird erneuert ebenso wie die Versorgungsleitungen. Diese Maßnahmen sind Voraussetzungen für die Erschließung des südlichen Teils des York-Quartiers und der neuen Kita.
Der Baustellenverkehr für den Kita-Neubau und die Erschließung des südlichen Quartierteils wird weitestgehend nicht über den Wiegandweg, sondern über das ehemalige Kasernengelände geführt. Auch für diesen Verkehr wird die Baustellenstraße genutzt werden.

Die Adelsfamilie Droste zu Hülshoff und Münster

Mai 15, 2019

Wilderich Freiherr von Droste zu Hülshoff überreicht sein Buch an Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson. Foto: Presseamt Münster

Münster (SMS) Wilderich Freiherr von Droste zu Hülshoff überreichte in der Rüstkammer des Rathauses sein Buch „900 Jahre Droste zu Hülshoff“ an Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson (Bild). Darin beleuchtet er die Geschichte der Adelsfamilie. Sie ist nicht allein durch Annette von Droste-Hülshoff („Die Judenbuche“) eng mit Münster verbunden. Durch die Jahrhunderte haben immer wieder Familienmitglieder in Münster und im Münsterland gelebt und die Geschichte der Stadt mitgeprägt. Sechs Familienmitglieder waren Bürgermeister in Münster. Der Jurist und Schriftsteller Freiherr von Droste zu Hülshoff lebt in der Nähe von Freiburg. Er  repräsentiert die 24. Generation der Familie. Neben juristischer und kulturpolitischer Fachliteratur hat er auch über Annette von Droste-Hülshoff publiziert und hält Fachvorträge.

Für die einen Kriegerdenkmäler, für die anderen Steine des Anstoßes

April 23, 2019

Farbbeschmierungen am häufig kritisierten Dreizehner-Denkmal. Foto: Stadt Münster/ Fritz von Poblotzki

Münster (SMS) Kein Jahrhundert brachte so viele Denkmäler hervor wie das 20. Jahrhundert. Auch in Münster und Umgebung prägte sich eine Gedenklandschaft mit zahlreichen Kriegerehrenmalen aus, die überwiegend nach dem Ersten Weltkrieg entstanden sind. Sie dienten der ehrenden Erinnerung an gefallene Soldaten. Ihre Erinnerungsmotive werden heute kritisch hinterfragt.
Max Twickler vom Institut für Didaktik der Geschichte der Universität Münster blickt am nächsten Themenabend des Stadtarchivs auch über Münster hinaus und führt in die Entwicklung der Kriegerdenkmalskultur in Deutschland ein. Im Mittelpunkt stehen dabei die Weimarer Jahre. Daneben geht es um die identitätsstiftende Funktion der Ehrenmale zum Zeitpunkt ihrer Setzung.
Wie stellen wir uns heute zu den Erinnerungsmotiven der Kriegerehrenmale? Welche Rolle spielen sie in der heutigen geschichtskulturellen Auseinandersetzung? Fragen, zu denen Denkanstöße gegeben werden sollen.
Im Kern befasst sich der Referent mit der münsterschen Denkmallandschaft und ihren Veränderungen. Er konzentriert sich dabei auf die Debatte um die steinernen Erinnerungsorte in Münster, wobei auch die Rolle verschiedener Gremien der Stadtpolitik angesprochen wird. Anhand themenbezogener Geschichten aus dem Münsterland zeigt Twickler Möglichkeiten des künftigen Umgangs mit den steinernen Zeugen ihrer Zeit auf und erläutert, wie sich die einzelnen Vorgehensweisen begründen lassen. Eine Diskussion schließt sich an.
Info: Der Themenabend beginnt am Donnerstag, 25. April, um 18 Uhr im Stadtarchiv, An den Speichern 8. Um Anmeldung wird gebeten per E-Mail an archiv@stadt-muenster.de oder unter Tel. 02 51/4 92-47 01. Detaillierte Informationen zu den Kriegerdenkmälern, Mahnmalen und Kriegsgräberstätten im Stadtgebiet von Münster finden sich im Stadtnetz unter www.stadt-muenster.de/kriegerdenkmale/startseite

Sehenswürdigkeiten im Sauerland: Burg Altena und Sorpesee

April 20, 2019

Die Burg Altena an der Lenne wurde Anfang des letzten Jahrhunderts rekonstruiert. Hier zog die erste ständige Jugendherberge der Welt ein. Ein vielseitiges Geschichtsmuseum unterhält die Besucher der Burganlage.

Der Sorpesee kann mit einem Ausflugsboot erkundet werden, das kurz vor der Sorpetalsperre anlegt.

Studentisches Wohnen statt Eissport

April 2, 2019

Münster ist eine Stadt, die wächst. Erschwinglicher Wohnraum ist Mangelware.  Eine gute Nachricht ist daher, dass auf dem Grundstück der ehemaligen Eissporthalle an der Steinfurter Straße / Johann-Krane-Weg  ein studentisches Wohnquartier entstehen soll. Die aktuelle städtebauliche Planung stellt das Stadtplanungsamt am Dienstag, 9. April, 19.30 Uhr im UKM-Pavillon auf dem Parkplatz gegenüber der Domagkstraße 32 vor. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind zu der Informations- und Diskussionsveranstaltung eingeladen.

Auf dem etwa einen Hektar großen Gelände sollen fünf- bis sechsgeschossige Gebäude errichtet werden. Geplant sind ein Studierendenwohnheim mit rund 120 Wohnungen und ca. 330 Apartments für Studierende. Die Erdgeschosse sollen publikumsorientierte  Dienstleistungen wie Cafés, SB-Bankfiliale, Fahrradwerkstatt oder auch Büros / Co-Working-Bereiche und Gemeinschaftsräume / Begegnungsbereiche  aufnehmen. Städtebauliches Ziel ist die Realisierung eines urbanen Quartiers. Damit die Planungen umgesetzt werden können, wird der bisherige Bebauungsplan geändert.

Wer sich bereits vor der öffentlichen Veranstaltung einen Einblick verschaffen möchte, kann die Planungsunterlagen im Kundenzentrum im Stadthaus 3, Albersloher Weg 33, einsehen (Mo-Mi 8-16 Uhr, Do 8-18 Uhr, Fr 8-13 Uhr). Im Stadtportal stehen sie unter www.stadt-muenster.de/stadtplanung zur Verfügung.

Wohnheim an der Steinfurter Straße

Ein studentisches Wohnquartier mit einer lebendigen Mitte soll am Johann-Krane-Weg auf dem Gelände der ehemaligen Eissporthalle entstehen. Grafik: Stadt Münster

Münster ist immer eine Reise wert

März 7, 2019

Münster (SMS) Der neue Besuchermagnet  Dominikanerkirche mit der Arbeit „Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel“ von Gerhard Richter steht im Mittelpunkt der Präsentation von Münster Marketing auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin. Außerdem gibt es Informationen zu „MünsterMusik“. Unter diesem Motto feiern das Sinfonieorchester, die Westfälische Schule für Musik und die Musikhochschule 2019 ihren 100. Geburtstag und präsentieren gemeinsam ein klangvolles Jubiläumsprogramm.

„Nach den Skulptur Projekten in 2017 und dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 können wir mit den beiden Highlights Münster erneut als Städtereiseziel mit individuellen kulturellen Angeboten in den Focus rücken“, freut sich die Leiterin von Münster Marketing, Bernadette Spinnen.

Auf der weltweit größten Reisemesse, die in den Berliner Messehallen vom 6. bis 10. März Aussteller aus über 180 Ländern, Touristikfachleute, internationale Medienvertreter und ein reisefreudiges Publikum zusammenbringt, ist Münster mit einem Stand in der NRW-Halle (Halle 8.2, Stand102a) vertreten. Hier begrüßten Oberbürgermeister Markus Lewe und Stadtbaurat Robin Denstorff den NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart  und die Geschäftsführerin von Tourismus NRW, Heike Döll-König, bei ihrem Rundgang durch die Halle.

Münster Marketing nutzt die Messe für den Dialog mit dem Fachpublikum. Ziel ist es, den Grundstein für neue Kooperationen zu legen, die Zusammenarbeit mit Partnern auszubauen, mit Reisejournalisten, Influencern und Reiseveranstaltern ins Gespräch zu kommen, neue Themen und Trends aufzugreifen und Münster als Städtereiseziel zu positionieren. Nach den Fachbesuchertagen stehen am Wochenende die Endverbraucher im Mittelpunkt.

Dafür hat Münster Marketing jede Menge aktuelle Infos im Gepäck. Neu ist zum Beispiel ein Faltblatt über Gerhard Richters Kunstwerk. Mit dabei ist auch das Reisemagazin „Münster – Stadturlaub von seiner schönsten Seite“. Neben Kunst- und Kulturtipps, Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen enthält es Insider-Tipps von Bloggern und Instagrammern sowie persönliche Empfehlungen von Münster-Experten.

Für Medienvertreter gibt es den „Münster-Stick“. Der USB-Stick im Scheckkartenformat möchte mit deutschen, englischen und niederländischen Texten und Bildmaterial Lust auf eine Recherche über Münster machen.

Mit etwas Glück können Besucherinnen und Besucher am Stand von Münster Marketing einen Aufenthalt in Münster gewinnen: mit einer Übernachtung im Doppelzimmer, der Teilnahme an einer öffentlichen Führung zum Richter-Kunstwerk, einer Münstercard für freien Eintritt zu Sehenswürdigkeiten, gratis Stadtführungen, ÖPNV und Fahrradausleihe.

„In geheimnisvoller Mission“ in Bochum

Februar 14, 2019
Bonds Hubschrauber Little Nellie

Der Ein-Mann-Hubschrauber Little Nellie aus „Man lebt nur zweimal“ (1967). Foto: Grafenstein

In Bochum ist noch bis 31. März die Ausstellung „In geheimer Mission – Der Spion, der aus Wattenscheid kam“ über die James-Bond-Filme zu sehen. Diese präsentiert Devotionalien und Requisiten aus der Sammlung des Filmjournalisten Dr. Siegfried Tesche. Höhepunkte der Ausstellung sind Bond-Autos, eine Düsenrucksack und Little Nellie, der schlagkräftige Mini-Hubschrauber aus „Man lebt nur zweimal“. Darum gruppieren sich jede Filmplakate und Kostüme aus den Filmen, an den Ausstellungswänden kann man sich über die Filmhandlungen und das Leben der verschiedenen Bonddarsteller informieren, vor allem Sean Connery  und Roger Moore sind hier zu nennen. Man erfährt auch einiges über die kommerzielle Ausschlachtung der Bond-Filme durch Spielzeugproduzenten und andere Konsumgüterhersteller. Hintergrund des Ausstellungstitels ist, dass einer autorisierten Bond-Biografie John Pearson zufolge der von Ian Fleming erschaffene Film-Agent 1920 in Wattenscheid, heute ein Teil Bochums, geboren worden sein soll.

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Ein Sunbeam Alpine Serie II – Das erste Bond-Auto. Foto: Grafenstein

Vertrauenskrise zwischen Volk und Politikern

Dezember 5, 2018

Gerhard Papke sprach beim Hayek Club. Foto: Grafenstein

Gerhard Papke war ehemals ein führender Politiker der FDP und Vizepräsident des Landtags in NRW, überwarf sich jedoch mit seinem einstigen Weggefährten Christian Lindner über den Umgang mit der Migrationskrise und dem Islam bzw. Islamismus. Beim Hayek-Club Münsterland gab er sich als überparteilicher Warner vor einer Vertrauenskrise zwischen Politikern und Volk. Die Probleme in Deutschland reichten weit über den Zustand einzelner Parteien hinaus. Die Parteien hätten sich weit von der Lebensrealität der Bürger entfernt, die Politik habe oft nur noch Effekthascherei und Show anzubieten.

Drei Politikfelder hob Papke hier besonders hervor: Migration, Deutschland und Europa sowie Wertevermittlung.

Im Feld der Migration könne jetzt, aber auch in Zukunft, keine Entwarnung gegeben werden. Die Bevölkerung Afrikas werde sich verdoppeln, die Zuwanderung werde daher wieder zunehmen und dabei all unsere Vorstellungskraft sprengen. Die afrikanischen und arabischen Zuwanderer hätten ein sehr niedriges Bildungsniveau und andere Werteverständnisse, insbesondere auch im Verhältnis von Frau und Mann. Dies führe dazu, dass es bei Übergriffen auf Frauen wie an Silvester 2016 oft an Unrechtsbewusstsein fehle, denn nach dem Verständnis der Täter hätten sich Frauen nachts nicht mehr in der Öffentlichkeit aufzuhalten. Das seien enorme kulturelle Herausforderungen, Deutschland müsse zum Schutz der wehrhaften Demokratie gegen den Islamismus aufstehen. Eine Verniedlichung der Probleme seitens der Politiker müsse hier zu einem Aufbegehren der Bürger führen. Solange ein Schutz der EU-Außengrenzen nicht möglich sei, sei ein Schutz der deutschen Landesgrenzen notwendig. Dieser finde derzeit nicht wirksam statt. Auch wer keine oder gefälschte Papiere habe, müsse leider an der deutschen Grenze nur „Asyl“ sagen, um ins Land zu kommen.

Auf EU-Ebene müsse die Souveränität der europäischen Staaten wieder wertgeschätzt werden. Die Vielfalt seiner Völker sei die Stärke Europas. Durch die Masseneinwanderung und die Bekämpfung der Nationalstaatlichkeit würde die Menschen kulturell entwurzelt, diese sehnten sich aber nach Haltepunkten wie Familie, Freunde, kulturelle Identität und Heimat.

Nicht zuletzt konstantiert Papke eine Sehnsucht der Bürger nach mehr Anstand. Höflichkeit und Respekt würden wieder geschätzt, daher müsse es einen Richtungswandel im Schul- und Bildungssystem geben. Zum Erziehungsauftrag der Lehrer müsse auch die Vermittlung von Werten gehören.

Unternehmensnachfolger verzweifelt gesucht

November 30, 2018

„In den nächsten 4 Jahren geht man von mindestens 600.000 Unternehmen aus, für die in Deutschland der Generationen-wechsel ansteht. Die Dunkelziffer kommt on top noch dazu“, so Dorothee Schenten vom KompetenzCenter Wirtschaft in Dortmund, das Unternehmensnachfolgen vermittelt. Die Unternehmensnachfolge gleicht einem Notstandsgebiet, die Gründergeneration ist in die Jahre gekommen.
Was ist schief gelaufen, dass aktuell aus allen Wirtschaftsecken ein Ruf wie Donnerhall erschallt: Wir suchen Unternehmensnachfolger! Merklich wabert ein schleichender Prozess durchs Land: „Ich finde keinen Nachfolge und schließe mein Unternehmen ab“, es ist ein Knockout für die deutsche Wirtschaft. Hier setzt ein Dominoeffekt ein. Wichtige Fachkompetenz geht verloren, genauso wie Arbeitsplätze. Der scheidende Unternehmer als Auftraggeber fehlt zukünftig, auch die Vielfältigkeit am Markt geht verloren.
Eine große Zahl von Nachfolgern und Nachfolgerinnen ist nötig, damit die Schlagkraft der deutschen Wirtschaft weiterhin aufrechterhalten werden kann. In der heutigen globalen Welt, macht das Thema Generationenwechsel vor keiner
Landesgrenze halt. Jedes Unternehmen, das keinen Nachfolger findet und die Türen schließt, ist ein unwiederbringlicher Verlust für den deutschen Wirtschaftsstandort.

Nicht außer Acht zu lassen sind die Aktivitäten ausländischer Investoren bei ihren Einkaufstouren durch die kleinen- und mittelständischen Unternehmen. Die Kritik und die Sorge zugleich nimmt Schenten in Unternehmergesprächen regelmäßig wahr. Auffallend ist aber auch, dass ausländische Investoren entscheidungsfreudiger sind als inländische.

Ganz am Anfang der Entscheidungsprozesse steht für den Unternehmer  immer eine große Hürde, weiß Schenten: „Hinter einem Lebenswerk die Tür abzuschließen, fällt jedem Unternehmer schwer. Der emotionale Aspekt darf nicht unterschätzt werden. Wie bei vielen anderen Entscheidungen im Unternehmeralltag sind weiche und harte Faktoren zu berücksichtigen, geprägt von einem hohen Maß an Individualität. Zuallererst braucht der Unternehmer eine Person
seines Vertrauens, der er sich offenbaren kann: Ich will abgeben, was muss ich jetzt tun?“
Viele betroffene Unternehmer befinden sich in einer üppigen Lage, so Schenten: “Die Umsatzkurve steigt kräftig nach oben. Heißt aber auch, das Arbeitspensum ist fast unerträglich angestiegen. Kaum Zeit zum Durchschnaufen, um sich mal Gedanken zu machen um Weiterentwicklungen. Klärungsprozesse, wie es mit dem Firmen-Lebenswerk weitergehen soll, bleiben aus. Und natürlich auch mit wem? Oder doch noch ein wenig abwarten, denn es läuft ja so gut? Die Unternehmer möchten gerne reden, eigentlich, aber das Tagesgeschäft lässt ihnen kaum Zeit zum Atmen. Die angesprochene jüngere Garde „Ich kann eine Firma leiten“, befindet sich aktuell auch in dem Sog der totalen Arbeitsüberlastung. Die eigene Selbstständigkeit wird erst einmal hinten angestellt. Wieso ein Risiko eingehen, wenn doch der gute Arbeitsplatz als Angestellter möglich
ist. Heißt, der Mut zur Selbständigkeit bleibt auf der Strecke?“

Der stille Wunsch der Gründerväter und Mütter hat sich zu einem brennenden Anliegen gefestigt:
Wo ist der vermeintliche „Siamesische Zwilling“? Der, der so tut wie ich und mein Unternehmen in die Zukunft führt? Wir wissen heute, dass viele Söhne und Töchter aus Familienbetrieben, geprägt durch das Elternhaus, kein Interesse am Unternehmerdasein oder an der Branche haben. Mit einem überschaubaren Entwicklungsspielraum könnte das schon ganz anders aussehen. Dies setzt auf beiden Seiten eine gute Portion Toleranz voraus; denn Nachfolger lassen sich nicht gerne ständig auf die Finger schauen, schon aber über die Schulter. Der externe Nachfolger sieht das nicht anders.
Also was läuft denn so wirklich schief im Lande von „Made in Germany“?
Unternehmensnachfolge muss endlich einen Status der Normalität erreichen. Es sollte als Chance begriffen werden und präsenter in den Köpfen aller sein. Die Alt-Unternehmer verbergen nicht ihre Enttäuschung über fehlenden Respekt zu geschaffenem Firmenwert, über fehlenden Arbeitseifer. Ja, die Alten haben geschuftet. Haben etwas aufgebaut und stoßen sich an der Ignoranz der Jungen, effizientere Arbeitsweisen und einer anderen Vorgehensweise in der Welt 4.0. Ein Körnchen Wahrheit ist auf beiden Seiten zu finden.

Schenten stellt am Anfang dieser Gespräche erst einmal die Herausforderung für beide Seiten da. „Mit einem Lebenswerk im Rucksack und neuen Impulsen in die Zukunft zu starten. Die Mischung macht’s, aus langjähriger Erfahrung und neuen Ideen. Da gehören zwei zu, die das auch zulassen und sich zuhören. Unser Credo ist: Wir bringen die richtigen Nasen zusammen.“
Die Weisheit ist nicht neu: Nur wer redet, dem kann geholfen werden! Genau hier liegt einiges im Argen, so Schenten.