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Leben in einer verödeten Stadt

März 14, 2020

Münster (SMS) „Es sind einschneidende Eingriffe in unser eingeübtes Leben, aber Sicherheit geht immer vor.“ Mit diesen Worten beschreibt Oberbürgermeister Markus Lewe die restriktiven Maßnahmen, die die Stadt Münster nun mit dem Ziel ergreift, die Verbreitung des Coronavirus deutlich einzuschränken. Hintergrund ist die steigende Zahl der mit dem Virus infizierten Personen. In Münster waren es am Freitag (13.3. Stand 15 Uhr) 29 Fälle.

Der Krisenstab der Stadt hat am Freitag beschlossen, ausnahmslos alle städtischen Veranstaltungen der nächsten Wochen abzusagen. Das Theater Münster und das Theater im Pumpenhaus schließen. Tanzveranstaltungen und Partys in Diskotheken und Clubs werden mit Hilfe von Ordnungsverfügungen untersagt. Die präventiven Maßnahmen gelten zunächst bis Ostern. Außerdem empfiehlt die Stadt allen anderen Veranstaltern, ebenfalls sämtliche Veranstaltungen abzusagen.

Bei den Schul- und Kitaschließungen ab Montag (16.3.) folgt die Stadt den Vorgaben des Landes NRW. „Wir werden uns bemühen, bei der Betreuung von Kinder zu helfen, deren Eltern im Gesundheitsbereich oder in der Gefahrenabwehr wie zum Beispiel im Rettungsdienst arbeiten“, sagt Lewe.

Damit die Funktionsfähigkeit der Stadtverwaltung – vor allem in den Kernbereichen –  aufrechterhalten werden kann, werden wie bei anderen großen Unternehmen und Einrichtungen auch Vorkehrungen getroffen, berichtet Stadtrat Wolfgang Heuer als Leiter des Krisenstabes. „Die Stadt Münster wird in der Corona-Lage handlungsfähig bleiben.“ Die städtischen Kantinen (Ausnahme Betriebsrestaurant „1648“ im Stadthaus 1) stehen ab sofort nur noch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung zur Verfügung.

Im Krisenstab arbeitet die Stadt eng mit Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung und des Universitätsklinikums Münster (UKM) zusammen. Gemeinsam bauen die Partner zurzeit ein neues Diagnosezentrum in einem Container an der Halle Münsterland auf. Ziel ist es, mehr Testkapazitäten zu schaffen. Am Sonntag (15.3.) nimmt das Diagnosezentrum seinen Betrieb auf. Getestet werden dort nur angemeldete Patienten mit einer ärztlichen Indikation.

Zurzeit gebe es noch gute Möglichkeiten, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hieß es bei einer Pressekonferenz der Stadt, an der am Freitag auch Prof. Dr. Hugo Van Aken, Ärztlicher Direktor des UKM, und Prof. Dr. Stephan Ludwig, Leiter des Instituts für Molekulare Virologie, teilnahmen. Die Maßnahmen, die bislang getroffen worden sind, seien richtig gewesen und müssten nun an die aktuelle Situation angepasst werden.

Der Krisenstab tritt am Wochenende wieder zusammen. „Ich bin mir sicher, unsere Stadtgesellschaft wird ihre Resilienz auch in diesen schwierigen Zeiten zeigen“, sagt OB Lewe.

Münster: Nicht nur der Frühjahrssend fällt aus

März 10, 2020

Münster (SMS) Deutschlandweit hagelt es Absagen von Großveranstaltungen, um die dynamische Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Auch die Stadt Münster muss ab sofort diesen Weg gehen: Sie folgt dem rechtsverbindlichen  Erlass  der NRW-Landesregierung vom Dienstag (10. März) und sagt alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besucherinnen und Besuchern ab. Aktuell betrifft es den Send.
Grundlage für diesen erheblichen Eingriff in das öffentliche Leben sind die Vorgaben des Landesgesundheitsministeriums. Mit restriktiven und vorerst zeitlich nicht begrenzten Maßnahmen soll die Ansteckungsgefahr mit dem neuartigen Virus verringert werden. „Gesundheit ist nicht verhandelbar“, wirbt Oberbürgermeister Markus Lewe um Verständnis, wenngleich der städtische Krisenstab in seiner jüngsten Sitzung den Send unter Auflagen ermöglichen wollte.

Mittwochsmarkt und Stadtteilmärkte finden statt
Nun dieser harte präventive Schritt. „Münsters größtes Volksfest mit hunderttausenden Gästen ausfallen zu lassen, ist eine Entscheidung, die uns sehr, sehr schwerfällt“.  Für die Schaustellerinnen und Schausteller sei das bitter und ein herber Schlag. Vorrang habe indes die Verantwortung für den Schutz  und die Gesundheit der Münsteranerinnen und Münsteraner. Aufatmen können die Standbetreiber des Mittwochsmarktes am Dom sowie aller Stadtteilmärkte. Hier bleibt der Zustrom durchweg im dreistelligen Bereich. „Für den Samstagmarkt im Herzen Münsters wird die Stadt intensiv prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen die Stände öffnen dürfen“, will Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer machbare und angemessene Lösungen ausloten.

Lösungen für Sportveranstaltungen 

Kein Ermessensspielraum bleibt für Veranstaltungen mit einem Besucheraufkommen jenseits der 1000erMarke – indoor wie unter freiem Himmel. Heuer: „Messen, Konzerte, Tagungen, Sportevents in dieser Größenordnung dürfen nicht stattfinden, damit die Ansteckungsgefahr mit dem neuartigen Virus eingedämmt werden kann.“ Für die kommenden Heimspiele des SC Preußen Münster, der WWU Baskets und der Volleyballdamen des USC Münster wird die Stadt alsbald Gespräche führen und nach Lösungen suchen. Die Verwaltungsleitung drängt zugleich auf ein bundeseinheitliches Vorgehen in den Sportligen über die Ländergrenzen hinweg.
Augenmaß und höchste Sorgfalt wird auch den Organisatoren von Veranstaltungen aufgetragen, die für  weniger als 1000 Gäste ausgelegt sind.  Hier sind Einzelfallprüfungen erforderlich nach den Risikofaktoren, wie sie das Robert-Koch-Institut an die Hand gibt.

Reiserückkehrer infiziert
Zwei Todesopfer hat die Lungenkrankheit in diesem Land bisher gefordert. Deutschlandweit sind bisher über 1100 Coronafälle bestätigt,  für NRW knapp 500 (Stand Robert-Koch-Institut vom 9.3.). In Münster haben sich sechs Personen infiziert. Der jüngste bestätigte Fall betrifft einen Mann (Jahrgang 1973), der aus dem Skiurlaub aus Österreich zurückgekehrt ist und nun in häuslicher Quarantäne ist. www.muenster.de/corona