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„Hindenburg“ überall – von Baum bis Börse

August 20, 2012

Bei meiner derzeitigen Recherche zur Umbenennung des Hindenburgplatzes in Münster bin ich auf die unterschiedlichsten und kuriosesten Dingen gestoßen, die in der Phase des Hindenburg-Staats-Personenkults oder später nach Hindenburg-Objekten benannt worden sind. In Mönchengladbach, wo es einen Hindenburgplatz gibt, gibt es ein Stadtmagazin namens „Hindenburger„. Eine Chartformation an den Börsen heißt Hindenburg-Omen, anknüpfend an den Absturz des nach Hindenburg benannten Zeppelins. Diese Katastrophe hat ohnehin bewirkt, dass der Schriftzug „Hindenburg“ Teil auch der Pop- und Rockkultur geworden ist.

Die größte Fläche die nach Hindenburg benannt ist, ist der bisherige Hindenburgplatz in Münster nicht, da in Papua-Neuguinea  offenbar ganze Gebirgsformationen – womöglich in letzter Minute vor der dortigen Kapitulation der deutschen Kolonien – nach Hindenburg benannt worden sind, außerdem gibt es in Deutschland noch den bekannten  Hindenburgdamm, der die Insel Sylt mit dem Festland verbindet. Hindenburgdamm heißt auch eine mehrere Kilometer lange Straße in Berlin. Auch ein ganzes Dorf in Deutschland heißt Hindenburg, einmal eine alte Benennung, die an die Familie anknüpft, vor der Hindenburg-Volksheldverehrungswelle, die allerdings auch zur Benennung einer Landgemeinde in Oberschlesien führte, die heute eine polnische Großstadt ist.

Es gibt neben allerlei Straßen, Alleen und Plätzen außerdem Hindenburg-Eichen und Hindenburg-Hotels, in Deutschland wie Österreich –  zu Gast bei Hindenburg.

In der Phase des Hindenburg-Kults selbst bevölkerten auch noch verschiedene Hindenburg-Statuen die Landschaft. Einige waren vergänglicherweise aus Holz, in die man Nägel treiben konnte, um eine Kriegsspende zu symbolisieren.