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Aufruf: Bleiben Sie Zuhause!

März 20, 2020

Münster (SMS) Regierungspräsidentin Dorothee Feller, Oberbürgermeister Markus Lewe und Polizeipräsident Rainer Furth fordern die Bürgerinnen und Bürger in einem gemeinsamen Appell eindringlich auf, die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus strikt zu befolgen. „Wir alle, jede und jeder einzelne, sind jetzt gefordert, Verantwortung zu übernehmen. Wir haben es in der Hand, die Verbreitung dieses Virus zu verlangsamen, seine Auswirkungen zu begrenzen und deutlich weitergehende Maßnahmen wie eine Ausgangssperre zu verhindern„, so Oberbürgermeister Markus Lewe.
Dazu gehöre es insbesondere, nicht in die benachbarten Niederlande zu fahren, so Regierungspräsidentin Dorothee Feller: „Die Gefahr, das Coronavirus über die Grenze zu tragen oder von dort mitzubringen, ist zu groß und birgt ein hohes Ansteckungsrisiko. Alles zu unterlassen, was unsere Nachbarn und uns gefährdet, ist ein Gebot der Freundschaft, die uns mit den Niederlanden verbindet. Bitte bleiben Sie zuhause.“
Polizeipräsident Rainer Furth  bittet die Bürgerinnen und Bürger dringend, sich nicht mehr in Gruppen in der Öffentlichkeit aufzuhalten und den Anweisungen des Ordnungsamtes und der Polizei Folge zu leisten: „Verlassen Sie Ihre Wohnung nur, wenn Sie es wirklich müssen. Tun Sie es bitte allein oder nur mit einem Menschen, mit dem Sie zusammenleben. Vermeiden Sie jede Form von Gruppenbildung in der Öffentlichkeit und halten Sie Abstand. Bitte passen Sie auf sich und andere auf.“

Die Zahl der gemeldeten und bestätigten Corona-Fälle in Münster ist auf 191 gestiegen (Stand: 20. März, 8 Uhr). Fünf Patienten sind wieder gesund.
Der Krisenstab der Stadt Münster hat erste Vorkehrungen für den Fall einer möglichen Ausgangssperre getroffen. Unter anderem wurde sichergestellt, dass die Polizei in der Lage ist,  eine mögliche Ausgangssperre zu überwachen.
Die Vorbereitungen für mehrere Corona-Hilfezentren, in denen infizierte Patienten mit milden Krankheitsverläufen pflegerisch und logistisch unterstützt werden können, die sich aufgrund besonderer Lebensumstände nicht selbst versorgen können, sind fortgeschritten. In der kommenden Woche fallen abschließende Entscheidungen inklusive der Standortfestlegungen.
Außerdem werden derzeit Quarantäne-Stationen für Menschen wie etwa Alleinstehende vorbereitet, deren Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs unter häuslichen Bedingungen besonders schwierig ist. Ebenso wird es neue Einrichtungen für die vorübergehende Betreuung von Obdachlosen geben. Auch hier soll die Festlegung der Adressen in der kommenden Woche erfolgen.
Die Krankenhäuser im Stadtgebiet stellen sich auf die Behandlung größerer Gruppen von Corona-Erkrankten ein und schichten Kapazitäten um. So wurden im Universitätsklinikum Münster mehrere Operationssäle geschlossen, um mit dem Personal die Intensivstationen zu verstärken.
Für die bislang offene Frage des Versicherungsschutzes für ehrenamtliche Helfer, die der Stadt im Kampf gegen die Corona-Krise kostenlose Unterstützung angeboten haben, hat der Krisenstab eine Lösung gefunden. Damit sind die Voraussetzungen für den Einsatz solcher Kräfte geschaffen.
Oberbürgermeister Markus Lewe nimmt am kommenden Montag (23. März) Gespräche mit der lokalen Wirtschaft auf. Ziel ist eine Bestandsaufnahme zum wirtschaftlichen Schaden, den die Corona-Krise verursacht hat. Außerdem sollen Möglichkeiten für die Unterstützung von vor allem Kleinstunternehmen gefunden werden, die durch die Krise in eine Schieflage geraten sind.
Die Corona-Hotline der Stadt Münster, wo Bürgerinnen und Bürger telefonisch Informationen erfragen können, wurde seit ihrer Einrichtung vor rund zwei Wochen über 3000 Mal genutzt. Die Telefonnummer lautet 02 51 / 4 92-10 77. Bürger können auch schriftlich unter der Mailanschrift Corona@stadt-muenster.de Informationen abfragen.

Münster macht dicht

März 18, 2020

Münster (SMS) Die Zahl der diagnostizierten und gemeldeten Corona-Fälle steigt auch im Stadtgebiet Münster erwartungsgemäß  weiter an. Aktuell sind den Behörden 130 Fälle bekannt (Stand: 18. März, 15 Uhr. Vortag: 103). Darauf, und auf neue Vorgaben unter anderem des NRW-Gesundheitsministeriums, reagiert die Stadt Münster mit weitreichenden Einschränkungen für das  öffentliche Leben im Stadtgebiet. Ziel der Maßnahmen ist, das öffentliche Leben weitestgehend zum Stillstand zu bringen. Oberbürgermeister Markus Lewe meint dazu: „Die Einschnitte sind drastisch, aber notwendig, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie so gut es geht zu verlangsamen. Das sind wir den Alten und Kranken unserer Gesellschaft, für die eine Infektion besonders schlimme Auswirkungen haben, schuldig.“
So werden neben den bereits geschlossenen Bars und Kneipen unter anderem auch alle Cafés, Restaurants, Gaststätten und sonstige Gastronomiebetriebe bis auf weiteres geschlossen. Ausgenommen sind die Lieferung vorbestellter Speisen und Getränke sowie Außerhausverkauf, der nicht zum sofortigen Verzehr an der Verkaufsstelle vorgesehen ist.
Clubs, Diskotheken, Theater, Kinos, Tierparks und Museen sind schon geschlossen, nun müssen Mensen und vergleichbare Einrichtungen ebenfalls schließen. Ebenso dürfen bis auf weiteres keine Messen, Ausstellungen oder andere Publikumsveranstaltungen mehr stattfinden. Das gilt sowohl für private wie für öffentliche Veranstaltungen. Fitness-Studios,  Schwimmbädern und Saunen bleibt der Betrieb untersagt. Zusätzlich ist jeglicher Sportbetrieb auf öffentlichen und privaten Sportanlagen untersagt. Brauchtumsveranstaltungen wie etwa Osterfeuer müssen ebenfalls pausieren.
Auch der Einzelhandel ist zu schließen, soweit er nicht zur Deckung des dringenden oder täglichen Bedarfs dient. Ausdrücklich nicht zu schließen sind Geschäfte für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf sowie Tierbedarfsmärkte.
Weiterhin gilt: Reiserückkehrer aus den vom Robert Koch-Institut definierten Risikogebieten dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen nach dortigem Aufenthalt verschiedene Bereiche nicht mehr betreten. Unter anderem Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäuser, Berufs- und Hochschulen. Welche Regionen als Risikogebiete gelten, ist unter anderem den Internetseiten des Robert Koch-Institutes zu entnehmen (https://www.rki.de).
Zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern in Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen gibt es unter anderem restriktive Einschränkungen der Besuchsmöglichkeiten solcher Institutionen.
Die neuen Vorschriften gelten verbindlich ab Mitternacht (19. März 2020, 0.00 Uhr).  Alle Betroffenen werden jedoch dringend gebeten, sie möglichst schon sofort umzusetzen.
Oberbürgermeister Markus Lewe erklärte: „Das Maßnahmenpaket klingt bedrohlich. Deshalb erneut der Hinweis auf den aktuellen Kenntnisstand: Die allermeisten Corona-Infektionen heilen weitgehend problemlos aus. Die Maßnahmen dienen dem Schutz von Alten und Schwachen und müssen konsequent umgesetzt  werden, um diesen Personenkreis zu schützen.“