Posts Tagged ‘Hugo van Aken’

Coronatests in Münster nach wie vor nur für eingeschränkten Personenkreis

März 19, 2020

Münster (SMS) Im Einzugsgebiet der Stadt Münster kann in mehreren Laboren auf Corona-Viren getestet werden. „Diese Testkapazitäten sind nach dem absehbaren Lagebild ausreichend“, sagt Prof. Dr. Andreas Bohn, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in Münster und Mitglied im Krisenstab der Stadt. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Testkapazitäten auch für den dafür vorgesehenen Personenkreis reserviert bleiben. Bohn: „Der Wunsch nach einem Test allein kann und darf nicht als Begründung reichen. Bei vielen Patienten und teilweise auch bei verordnenden Ärzten stößt das leider auf Unverständnis.“
Der Weg zu einem Corona-Test führt im ambulanten Bereich über einen niedergelassenen Arzt, von dem die zu testenden Personen mit einer entsprechenden Verordnung an unterschiedliche Teststationen zugeordnet und geprüft werden. In einem gemeinsamen Appell drängen Bohn, Prof. Dr. Dr. h. c. Hugo van Aken (Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Münster), Prof. Dr. Stephan Ludwig (Direktor des Instituts für Virologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster) und  Dr. med. Peter Czeschinski (Leitender Arzt beim Universitätsklinikum Münster) deshalb darauf, nur Personen testen zu lassen, die auch die dafür vorgeschriebenen Kriterien erfüllen. „Ärztinnen und Ärzte tragen eine hohe Verantwortung für den gewissenhaften Einsatz unserer  Ressourcen“, heißt es in dem Gemeinschaftsappell.
Den Kriterien zufolge soll nur getestet werden, wer aus einem der vom Robert Koch-Institut definierten Risikogebiete zurückgekehrt ist und deutliche Infektionssymptome zeigt oder wer deutliche Symptome nach einem Kontakt mit einer bereits positiv getesteten Person hat. Für die Mitarbeiter in Bereichen der kritischen Infrastruktur gelten gesonderte Verfahren, um unter allen Umständen sicherzustellen, dass Wasserversorgung, Energie, Telekommunikation, Gesundheitsversorgung und viele weitere unverzichtbare Leistungen jederzeit erbracht werden können.

Man fragt sich, wann Deutschland oder NRW selbst zum Risikogebiet erklärt wird. So lange müssen viele Kranke offenbar noch auf einen Test waren.

Leben in einer verödeten Stadt II

März 17, 2020

Münster (SMS) In Münster gibt es bisher 90 bestätigte Coronafälle (Stand 16.3., 15 Uhr). Damit haben sich die Infektionsfälle seit dem Wochenende verdoppelt. Das  Gesundheitsamt geht von einem weiteren Anstieg in den nächsten Tagen aus.
Oberbürgermeister Markus Lewe: „Die Lage ist ernst. Darauf reagieren wir mit umfassenden Maßnahmen, um einen schnellen Anstieg der Infektionen zu verhindern. Der Gesundheitsschutz steht an erster Stelle. “
Corona lähmt Deutschland und wird auch den Alltag der Münsteranerinnen und Münsteraner verändern. Für das gesamte Stadtgebiet wird jedwede Veranstaltung in geschlossenen Räumen und in der freien Natur untersagt. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer: „Die rechtliche Basis dafür ist eine Allgemeinverfügung der Stadt Münster, die ab Dienstag (17.3.) gilt.“ Danach ist der Betrieb beispielsweise von Diskotheken, Schankwirtschaften und Fitness-Studios ebenso untersagt wie Zusammenkünfte in Sportvereinen.

Keine Gastronomie auf dem Wochenmarkt  
Für den Wochenmarkt am Domplatz verschärfen sich die Auflagen: Beide Märkte (mittwochs und samstags) müssen ohne gastronomische Stände auskommen. Der Verzehr von Speisen und Getränken wird zum Schutz der Gesundheit bis auf weiteres ausgesetzt. Auch für Restaurants und Gaststätten wird es Einschränkungen im Betrieb geben.
Die Stadtverwaltung wird den Besucherverkehr ihrer Kunden nicht in vollem Umfang leisten können. „Wir stellen die öffentliche Ordnung sicher und werden bestimmte Dienststellen auch weiterhin offenhalten“, kündigt Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer an. Mithelfen können die Münsteraner selbst: Aktuell verzeichnet die Stadtverwaltung ein hohes  Besucheraufkommen – vor allem im Bürgerbüro und ihren Anlaufstellen in den Stadtteilen, im  Standesamt und in der KfZ-Zulassung. Zum eigenen Schutz und Vorsorge einer möglichen Virusinfektion appelliert die Stadt, nur in dringendsten Angelegenheiten die Verwaltung aufzusuchen.  Sollte ein persönliches Gespräch tatsächlich nötig sein, bittet die Verwaltung die Notwendigkeit des Besuches vorab telefonisch unter Telefon 4 92 0 zu klären und sich einen Termin geben zu lassen. Die Abgabe von Unterlagen kann an den Stadthäusern über die Hausbriefkästen erfolgen.

Die Universität schließt sämtliche Gebäude
Die Gebäude der WWU werden ab Mittwoch, 18.03.2020, 18 Uhr nur noch für Beschäftigte der WWU geöffnet sein.
Spätestens ab Donnerstag, 19.03.2020, ist ein Zugang anderer Personen nicht mehr möglich. Dies gilt ausnahmslos für alle Gebäude der WWU, also auch für die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB). Die Leihfrist für entliehene Medien verlängert sich bis zum 27.4.2020. Für die Gebäude des UKM (Fachbereich Medizin) können andere Regelungen gelten

Zwei Coronafälle aus Quarantäne entlassen
Es gibt auch positive Nachrichten. Die ersten beiden „Corona-Erkrankten“ sind inzwischen wieder gesund und aus der Quarantäne entlassen.  „Und Sorgen um die ärztliche Versorgung muss sich niemand machen. Wir sind sehr gut aufgestellt“, betonte Oberbürgermeister Markus Lewe. „Wir stützen uns in Münster und im Münsterland auf ein starkes und leistungsfähiges Gesundheitssystem“, hieß es auf der Pressekonferenz (am 16.3.), an der auch Prof. Hugo Van Aken, Ärztlicher Direktor des UKM, und Dr. Hendrik Oen von der Kassenärztlichen Vereinigung teilnahmen. Keines der über 220 Intensivbetten in dieser Stadt sei überdies von einem „Coronafall“ belegt.