Posts Tagged ‘Gedicht’

Sommergedicht

Juni 9, 2014

Zerfließendes Eis –

Am Strand liegen unter Meeresdösen.

Es ist so heiß.

Brütende Hitze, brennende Sonne, unklare Gedanken.

Durch glühende Straßen müssen wir wanken,

Wir räkeln uns wie Schlangen,

Nackte Bräune weckt das Verlangen.

Sehnen nach Kühlung und

Rauch von Grillfeuern vernebelt uns.

Nach dem blauen  Himmel kommt Spannung und Dunst.

Dann ein Knall –

Dem Gewitterdonner folgt Regen.

Morgen müssen wir uns wieder bewegen.

Frühlingsgedicht

März 9, 2014

Um mich herum ist alles im Erblühen,

Grüne Gänge schirmen mich, die Blumen sprießen,

Die jungen Herzen wollen endlich glühen.

 

Der Wind liebkost meine Wangen,

Vöglein zwitschern ihr Lied,

Vorbei das Hoffen und Bangen,

Ob der Winter denn wieder zieht.

 

Jetzt ist er da, der Neu-Beginn.

Wir vergessen die alten Fehler

Und geben uns der Versuchung hin.

Der Drachenfels

November 10, 2013

Was kann man mit Drachen
Alles machen?
Ich stecke ihnen die Zunge in den Rachen,
Bringe sie durch Kitzeln zum Lachen,
beiße ihnen in den Nacken,
Um ihre Liebesglut zu entfachen.
Muss man Drachen
Bewachen
Oder sind Sie treu
Wie Efeu?
Drachen schlafen nicht auf Heu,
Sondern auf Drachenfelsen,
Dort streicheln sie sich an ihren Hälsen
Mit ihren langen Schwänzen,
Und drehen sich in Liebestänzen.
In der Umgebung der Drachen ist solche Hitze,
Dass ich schon beim Gedanken an sie schwitze.

Wer mit Drachen hat zu schaffen,

Muss sich rüsten mit guten Waffen.

Friedrich Hölderlin: Abendphantasie

April 27, 2012

Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sitzt

Der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Herd.

Gastfreundlich tönt dem Wanderer im

Friedlichen Dorfe die Abendglocke.

Wohl kehren itzt die Schiffer zum Hafen auch,

In fernen Städten, fröhlich verrauscht des Markts

Geschäftger Lärm; in stiller Laube

Glänzt das gesellige Mahl den Freunden.

Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen

Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh‘ und Ruh

Ist alles freudig; warum schläft denn

Nimmer nur mir in der Brust der Stachel?

Am Abendhimmel blühet ein Frühling auf;

Unzählig blühn die Rosen und ruhig scheint

Die goldne Welt; o dorthin nimmt mich,

Purpurne Wolken! und möge droben

In Licht und Luft zerrinnen mir Lieb‘ und Leid! –

Doch, wie verscheucht von töriger Bitte, flieht

Der Zauber; dunkel wirds und einsam

Unter dem Himmel, wie immer, bin ich –

Komm du nun, sanfter Schlummer! zu viel begehrt

Das Herz; doch endlich, Jugend! verglühst du ja,

Du ruhelose, träumerische!

Friedlich und heiter ist dann das Alter.