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Anton v. Grafenstein: Zu enträtselnde Orden auf einem alten Ahnenporträt

Dezember 27, 2010
Anton v. Grafenstein

Anton v. Grafenstein (ungesichert)

Anton v. Grafenstein (?)

Anton v. Grafenstein (ungesichert)

Im Bild links ist ein Porträt von Anton von Grafenstein (geb. 1780, gest. 1854) zu sehen. Er erhielt als bayerischer Offizier mehrere Auszeichnungen: für Kriegstaten in bayerisch-österreichischen Gefechten als Oberleutnant den königlich-bayerischen Militär-Max-Joseph-Orden im Jahr 1805 und 1808 den Orden der franzöischen Ehrenlegion.

Anton v. Grafenstein war Postmeister in Meran, Bamberg und Regensburg. 1838 erhielt für seine Verdienste als Reisekommissär der Kaiserin von Russland den St.-Stanislaus-Orden, 1842 das Ehrenkreuz des Ludwigordens. Den Brustorden rechts im Bild konnte ich noch nicht mit Sicherheit einem der genannten Orden zuordnen.  Der Orden hat eine schwer zu entziffernde charakteristische Inschrift mit altertümlich geschwungenen Buchstaben. Ein Abgleich mit dem Nachschlagewerk von A. M. Perrot: Vom Hosenbandorden zur Ehrenlegion, 1821, Nachdruck 1920, S. 36 ff. zeigt, dass es sich um das Brustschild des Ordens des h. Hubert handeln muss. Dieser Orden wurde 1444 gestiftet und 1709 erneuert. Bei dem im Bild sichtbaren Halsorden könnte es sich auch um das dazugehörige Kreuz dieses Ordens handeln.

Es existiert noch ein weiteres ziviles Porträt aus wohl späterer Zeit von ihm, auf dem er keine Orden trägt. Da Anton v. Grafenstein das seinerzeit bekannteste Mitglied der Familie v. Grafenstein war, ließ er sich oft malen, weil es wohl auch eine Nachfrage nach Bildern von ihm gab.